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APA-Artikel 6. April 2016

Schweizer Bundesrat möchte gesunden Lebensstil fördern

Nicht übertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für 80 Prozent der Gesundheitskosten verantwortlich. Das sind über 50 Milliarden Franken pro Jahr. Bundesrat und Kantone wollen nun gemeinsam dagegen vorgehen.

Gesundheitsminister Alain Berset sprach am Mittwoch in Bern von einer der grössten Herausforderungen für das Gesundheitssystem. "Es ist offensichtlich, dass man da etwas machen muss", sagte er vor den Bundeshausmedien. Bundesrat und Kantone haben darum eine nationale Strategie zur Vorbeugung und Bekämpfung von nichtübertragbaren Krankheiten (NCD-Strategie) verabschiedet.

Deren Ziel ist es, den Ausbruch solcher Krankheiten zu verhindern, zu verzögern oder die Folgen zu mildern. Ein Schwerpunkt der Strategie ist die Prävention: Das individuelle Verhalten habe einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf dieser Krankheiten, heisst es in den schriftlichen Unterlagen zur Strategie.

Als Beispiele für Risikofaktoren nannte Berset Tabakkonsum, exzessiven Alkoholkonsum, mangelnde Bewegung, unausgewogene Ernährung oder Übergewicht. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liesse sich rund die Hälfte aller Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil verhindern oder verzögern.

Darum wollen Bund und Kantone die Bevölkerung dabei unterstützen, einen gesunden Lebensstil zu pflegen und den Risikofaktoren vorzubeugen. Konkrete Massnahmen werden bis Ende Jahr ausgearbeitet. Umgesetzt werden sollen sie vor allem durch Kantone und Gemeinden.

Berset verwies auf die Ergebnisse der bereits laufenden Präventionsprogramme, beispielsweise im Kampf gegen den Tabakkonsum: In den letzten Jahren sei der Anteil der Raucherinnen und Raucher von einem Drittel auf einen Viertel gesunken. Gemäss den Unterlagen zur NCD-Strategie hat jeder in die Tabakprävention investierte Franken einen belegbaren Nutzen von 41 Franken. Beim Alkohol sind es 23 Franken. "Das zeigt, dass es funktioniert", sagte Berset.

Die Prävention soll zunächst durch bessere Information der Bevölkerung gestärkt werden. Zudem soll Prävention selbstverständlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung in Arztpraxen, Apotheken, Spitälern oder Pflegeheimen werden.

Weiter hat die Strategie zum Ziel, dass Bund, private Organisationen, Gesundheitsligen, kantonalen Stellen und andere Beteiligte ihre Aktivitäten besser aufeinander abstimmen. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft soll schliesslich das betriebliche Gesundheitsmanagement verbessert werden.

Es ist nicht der erste Anlauf zur Stärkung der Prävention: Vor einigen Jahren hat es der Bundesrat mit dem Präventionsgesetz versucht. Dieses scheiterte aber 2012 im Parlament. Gründe waren die Kosten und der Eingriff in kantonale Zuständigkeiten.

Darum gebe es nun kein Gesetz, sondern eine gemeinsame Strategie mit den Kantonen, erklärte Berset. Es handle sich um einen pragmatischen Mittelweg zwischen Verboten und Laissez-faire. Zu den Kosten konnte sich Berest nicht äussern, da noch nicht klar ist, welche Massnahmen die Strategie umfasst.

apa.at

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