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APA-Artikel 21. März 2016

Ehering im Krankenhaus - ein Kündigungsgrund?

Statistiken belegen, nosokomiale Infektionen nehmen weltweit rapide zu. In Österreich gibt es geschätzte 50.000 nosokomiale Infektionen pro Jahr. 20 bis 40 % aller Krankenhausinfektionen wären jedoch vermeidbar. Eine der wirkungsvollsten Herangehensweisen, um deren Ausbreitung erfolgreich entgegenzuwirken, liegt in einer effizienten Krankenhaushygiene und im Speziellen in einer effektiven Händehygiene.

Unterlassene Händehygiene ist kein Kavaliersdelikt

Die Hände aller mit Patienten arbeitenden Berufsgruppen spielen eine der wichtigsten Rollen bei der Übertragung von Keimen, Bakterien und Viren im Krankenhaus. Umso wichtiger ist daher eine richtige und vor allem umfassende Händehygiene. So einfach das auch klingt, in der Praxis ist das oft eine große Herausforderung. Beispielsweise ist das Händewaschen nur bei sichtbarer Verunreinigung sinnvoll. Ansonsten ist eine Hände-Desinfektion weitaus wirksamer, wenn diese korrekt und mit entsprechender Einwirkzeit durchgeführt wird.

Kein Handschmuck und künstliche Fingernägel im Krankenhaus

Das ganze Waschen und Desinfizieren hilft jedoch alles nichts, wenn die Unterarme mit Schmuck behangen sind. Rund 800 Millionen Keime sind beispielsweise unter einem Ring zu finden. Wenn eine effektive Handhygiene trotz aller Vorgaben und Empfehlungen verweigert wird, greifen Krankenhäuser zu teils drastischen Maßnahmen. Dies reicht von Verwarnung bis hin zur Kündigung des Mitarbeiters, wenn dieser nicht bereit ist, auf künstliche Fingernägel zu verzichten oder seinen Handschmuck während der Arbeitszeit abzulegen.

Um die Händehygiene und die Krankenhaushygiene im Allgemeinen zu verbessern, bedarf es auf jeden Fall einer Kombination aus Aufklärung, Motivation und der Vorbildwirkung von Vorgesetzten, denn Händehygiene ist die wichtigste, wirkungsvollste und billigste Maßnahme zur Verhinderung einer Keimübertragung.

Im Kampf gegen nosokomiale Infektionen

Krankenhausinfektion - Antibiotikaresistenz - Hygienemaßnahmen. Unter diesem Motto stand die IIR Fachkonferenz "Im Kampf gegen nosokomiale Infektionen", die heuer erstmals von 15. bis 16. März 2016 im Schlosspark Mauerbach stattfand. Antibiotikabeauftragte Ärzte, Infektions- und Tropenmediziner, Fachärzte für Hygiene und Hygienefachkräfte diskutierten darüber, wie in Zukunft nosokomialen Infektionen vorgebeugt und diese behandelt werden können und mit welchen Strategien die Krankenhaushygiene in Österreich weiterhin verbessert werden kann.

Hier finden Sie den Rückblick zur Veranstaltung: www.iir.at/khinfektionen-rb

apa.at

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