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APA-Artikel 14. März 2016

Deutsche Bundesärztekammer gegen "generelle Aufweichung" der Schweigepflicht

In der Debatte um Konsequenzen aus der Germanwings-Katastrophe ist die Bundesärztekammer gegen eine "generelle Aufweichung" der ärztlichen Schweigepflicht. Piloten müssten regelmäßig flugmedizinisch untersucht werden, auch in ihrer psychischen Gesundheit, erklärte der Präsident der Kammer, Frank Ulrich Montgomery, am Montag.

"Für Befunde und für Informationen über laufende, fliegerisch relevante Behandlungen brauchen wir eine flugmedizinische Datenbank", erklärte er. Auf diese sollten aber nur Experten des Luftfahrtbundesamtes Zugriff haben, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen. "Diese könnten dann, wenn begründete Zweifel an einer Flugtauglichkeit bestehen, Konsequenzen ziehen", erklärte Montgomery.

Fast ein Jahr nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine hatten Flugunfall-Experten der französischen Untersuchungsbehörde BEA am Sonntag ihren Abschlussbericht vorgestellt und unter anderem klare Regeln für die ärztliche Schweigepflicht gefordert. Diese sei nämlich bei einer Gefährdung von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Der Copilot Andreas Lubitz hatte den Airbus A320 am 24. März 2015 absichtlich zum Absturz in Südfrankreich gebracht. Nach Erkenntnissen der Ermittler war Lubitz psychisch krank und hatte mehrere Ärzte aufgesucht.

apa.at

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