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APA-Artikel 10. März 2016

Deutschland: Laumann für Pflegekammern in den Ländern

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), hat die Länder aufgerufen, die Pflege in Deutschland durch die Einrichtung von Berufskammern zu stärken. Der Pflegeberuf müsse sich selbst besser organisieren können und endlich auf Augenhöhe mit anderen Gesundheitsberufen kommen, sagte Laumann am Donnerstag zum Auftakt des dreitägigen Deutschen Pflegetages in Berlin. Eine berufsständische Körperschaft mit bis zu 1,2 Millionen Mitgliedern wäre neben Ärztekammer oder Apothekerkammer ein wesentlicher Machtfaktor in der Branche.

Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, bekräftigte ebenfalls seine Forderung nach Pflegekammern auf Länderebene mit entsprechender Pflichtmitgliedschaft der Berufsangehörigen. Erfolgreich gestartet sei zum 1. Januar die Landespflegekammer in Rheinland-Pfalz. Schleswig-Holstein und Niedersachsen wollten noch in diesem Jahr folgen. Um den Prozess zu forcieren und zu koordinieren, sei denkbar, bereits 2018 auch eine Bundespflegekammer einzurichten.

Der AOK-Bundesverband hielt unterdessen den Ländern vor, sich aus ihrer finanziellen Verantwortung für die künftige Pflegeausbildung zu stehlen. Mit der geplanten Finanzierung über Landesfonds würden die Länder nicht angemessen an den Kosten der schulischen Ausbildung beteiligt, erklärte Verbandschef Martin Litsch bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Er sprach sich dafür aus, das duale Berufsausbildungssystem auch auf die künftige Pflegeausbildung anzuwenden.

Die Pflegeausbildung soll künftig neben dem praktischen Teil in den Betrieben über einen Ausbildungsfonds auf Landesebene finanziert werden. Rund 90 Prozent dieses Fonds müssten die Gesetzliche Krankenversicherung, die Pflegeversicherung sowie ambulante und stationäre Einrichtungen und damit die Pflegebedürftigen schultern, erläuterte Litsch. Im dualen Ausbildungssystem liegen die Kosten für den schulischen Teil dagegen bei den Ländern.

Mit dem Pflegeberufsgesetz, das derzeit in der parlamentarischen Beratung ist, soll die Ausbildung von Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zusammengelegt werden. Sie ist dann für alle drei Bereiche kostenlos. In 6 von 16 Bundesländern müsse für die Altenpflegeausbildung immer noch Geld mitgebracht werden, kritisierte Laumann.

Von der Ausbildungsreform erhofft sich Laumann vor allem eine Aufwertung dieses Pflegebereichs. Zugleich kritisierte er, dass die Gegner der Reform offensichtlich auch die seien, die in der Altenpflege immer noch keinen Tariflohn bezahlen wollten. Der Bedarf von Pflegefachkräften steigt enorm, pro Jahr mindestens um 20 000. Gleichzeitig wird die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden 15 Jahren von 2,6 auf dann 3,3 Millionen steigen.

apa.at

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