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APA-Artikel 9. März 2016

Sondersitzung: Glyphosat-Debatte mit einiger Skepsis

Auch nach der Verschiebung der Entscheidung über die weitere Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat geht die Diskussion in Österreich weiter. In einer Kurzdebatte zum Abschluss der Sondersitzung des Nationalrats wurde viel Skepsis laut, vor allem von den Grünen, aber auch von der SPÖ.

Besonders scharfe Worte fand der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber, der meinte, das Parlament müsse Ressortchef Andrä Rupprechter (ÖVP) auf Linie bringen, damit sich dieser gegen eine weitere Zulassung von Glyphosat ausspreche: "Wir lassen uns von der chemischen Industrie nicht kontaminieren." Für das Team Stronach warnte der Abgeordnete Leopold Steinbichler, dass die Österreicher schon jetzt über Palmöl-Produkte mit Glyphosat in Kontakt kämen.

Auch SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner betonte, dass Bedenken ernst genommen werden müssen. Wenn es zu einer Verlängerung der Zulassung komme, könne die nicht, wie geplant, 15 Jahre betragen, sondern dürfe nicht über ein Jahr hinausgehen. Nötig seien zusätzliche Expertisen.

ÖVP und Freiheitliche äußerten sich differenzierter. VP-Mandatar Johann Höfinger forderte, die Emotionen aus der Debatte zu nehmen und hin zu den Fakten zu kommen und weiter zu erkunden, wie sich Glyphosat tatsächlich auswirke. NGOs hielt er vor, ebenso wie die Konzerne die Debatte aus monetären Gründen zu betreiben. Der freiheitliche Mandatar Josef Riemer war zwar grundsätzlich skeptisch, meinte aber, es müssten Gesundheitsrisiko und Interessen der Bauernschaft in Einklang gebracht werden. Seitens der NEOS gab der Mandatar Michael Pock zu bedenken, dass es abseits der biologischen Landwirtschaft keine Alternative für Landwirte gebe, die ähnlich wenig gesundheitsschädigend sei.

Die nächsten regulären Sitzungen des Nationalrats finden kommende Woche statt, die erste davon am 16. März.

apa.at

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