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APA-Artikel 7. März 2016

Apothekertagung: Gentest 2 - Zwischen Wirkung und Nebenwirkung

Der deutsche Experte Theodor Dingermann stellte die Prinzipien des System so dar: "Beim langsamen Metabolisierer (jemand, der einen Arzneimittelwirkstoff langsam abbaut; Anm.) muss man mit Nebenwirkungen rechnen, weil es zu einer Akkumulation kommt. Bei einem ultraschnellen Metabolisierer muss man mit einem Nichtansprechen rechnen, weil keine notwendige Wirkstoffkonzentration erreicht wird."

Zwischen den Extremen gibt es alle Schattierungen. Umgekehrt ist das bei Arzneimitteln, welche im Körper erst zum eigentlichen Wirkstoff umgebaut werden. Hier sind schlechte "Verwerter" von einer fehlenden Wirkung bedroht, bei schnellem Metabolismus kann es zur Überdosierung kommen.

Genau diese Informationen und Prognosen könnten in Zukunft durch Abgleich der vorliegenden Genvarianten beim einzelnen Patienten erstellt werden. Das "Stratipharm"-Programm zeigt nach einem Abgleich der Ergebnisse aus dem Gentest mit den aktuellen aus der Wissenschaft stammenden Informationen über Medikamente - derzeit sind schon an die 400 der am häufigsten verwendeten Substanzen enthalten - eine Art Ampelsystem.

"Normal" (Wirkstoff kann nach Verordnung verabreicht werden), "Hinweis" (Problem könnte auftreten, beobachten), "Verdacht" (Auftreten von Problem wahrscheinlich, Dosisanpassung oder anderes Medikament?) und "Gefahr" (Alternativmedikament oder starke Dosisanpassung dringend empfohlen). Das System bietet auch verfügbare Alternativmedikamente/Wirkstoffe an. Dingermann sagte, es wäre perfekt in den Händen von Apothekern. Sie seien ja die Arzneimittelspezialisten. Den Ärzten werde nichts weggenommen. Sie hätten immer die Oberhoheit über die Medikation.

apa.at

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