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APA-Artikel 24. Februar 2016

Schönes Leben - Gesundes Leben: Institut für Sozialästhetik in Wien

Ein schönes Leben ist zumeist auch ein gesundes Leben. Das ist eines der Kernmotive, welche das Fach der Sozialästhetik vermitteln will. An der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien wurde dafür jetzt ein eigenes Institut etabliert. Es soll Forschung und Lehre in diesem Bereich vorantreiben.

"Nicht was wir tun, sondern wie wir es tun, ist entscheidend. Da gibt es einen direkten Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit", sagte am Mittwoch Institutsleiter Michael Musalek, der auch Ärztlicher Leiter des Anton Proksch Instituts für Suchtkranke ist, bei einer Pressekonferenz. Statt bei Betroffenen ständig ihre möglichen Defizite zu bearbeiten, stellen die Fachleute zunehmend fest, dass positive Ansätze mit dem Heben der in der Entstehung von psychischen Erkrankungen oft verschüttet gegangenen Ressourcen der Patienten mehr Erfolg versprechen.

An dem Institut sollen unter anderem Psychologen, Psychiater, Juristen, Künstler etc. zusammenarbeiten, um sich dem Thema Sozialästhetik umfassend zu widmen. "Themen werden zum Beispiel die Gastfreundschaft, der Einfluss der jeweils vorhandenen 'Atmosphäre' auf Menschen und das Schöne als Therapeutikum sein", sagte Musalek.

Die Menschen seien sich oft nicht des Einflusses der Sozialästhetik auf ihr Verhalten bewusst, betonte der Psychiater. "Und was uns nicht bewusst ist, das können wir auch nicht beeinflussen. Wir Menschen tun vieles nicht zunächst aus ethischen Überlegungen, sondern weil es einfach schön ist." In der Behandlung von Suchtkranken haben Musalek und seine Mitarbeiter am Anton Proksch Institut in den vergangenen Jahren das sogenannte "Orpheus"-Programm geschaffen. Die Patienten sollen lernen, ihr Leben wieder schön und somit neu zu gestalten. Das soll langfristig eine Weg aus der Unfreiheit der Abhängigkeit ebnen.

apa.at

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