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APA-Artikel 10. Februar 2016

Ärzte - KAV sieht Kammerforderungen teils schon erfüllt

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat sich nach dem vernichtenden Ergebnis der Ärztekammer-Umfrage zu den neuen Arbeitszeitregeln nicht allzu beeindruckt gezeigt. Man greife als verantwortungsbewusster Arbeitgeber die Bedenken und Befürchtungen von Mitarbeitern auf, die Forderungen der Kammer seien aber schon umgesetzt bzw. auf dem Weg dorthin.

Im "für alle Berufsgruppen herausfordernden Veränderungsprozess" sei es nicht hilfreich, "mit falschen Behauptungen Stimmung zu machen", richtete KAV-Generaldirektor Udo Janßen am Mittwoch dem Wiener Ärztekammerpräsidenten Thomas Szekeres per Aussendung aus. So sei man in der Umsetzung des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs schon weit fortgeschritten: "Allein zur Entlastung der ÄrztInnen und Pflegekräfte auf den Stationen haben wir 145 neue Dienstposten für StationssekretärInnen geschaffen."

Die zentralen Notaufnahmen schritten ebenfalls zügig voran. Und die Behauptung, Ärzte würden "im großen Stil" unbezahlte Überstunden machen, die nicht einmal in Freizeit abgegolten würden, entspreche schlicht nicht der Wahrheit, beteuerte Janßen.

Die Rathaus-Opposition sieht sich in den Umfrageergebnissen unterdessen bestätigt. Die Ärzte hätten Befürchtungen der FPÖ recht gegeben. "Die Patientensituation hat sich in Wien deutlich verschlechtert, das Problem der Zweiklassenmedizin hat sich verschärft", resümierte der blaue Gesundheitssprecher David Lasar. Er forderte u.a. mehr Personal.

ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec las aus den Resultaten, "dass Wiens rot-grüne Stadtregierung hier alles vermasselt hat, was möglich war". Zum Handkuss kämen die Patienten. Sie attestierte dem KAV ein "unfähiges Management" und dem Rathaus "eine überforderte Gesundheitsstadträtin" (Sonja Wehsely, SPÖ, Anm.).

Die NEOS fühlen sich ebenfalls in der Befürchtung bestätigt, "dass der Lack des exzellenten Wiener Gesundheitssystems langsam zu bröckeln beginnt". Statt eines "fragmentierten Spitalskonzepts" wünscht sich der pinke Gesundheitssprecher Stefan Gara einen "gesamten Gesundheitsplan" für Wien.

apa.at

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