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APA-Artikel 10. Februar 2016

NÖ Landeskliniken-Holding will mehr Tageskliniken einrichten

Die NÖ Landeskliniken-Holding will die Zahl der Tageskliniken ausbauen. "Wir wollen an allen großen Häusern interdisziplinäre Tageskliniken etablieren", kündigte Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Mittwoch in St. Pölten an. Das Spital Klosterneuburg werde sich als operative Tagesklinik spezialisieren. Ein-Tages-Aufenthalte "sparen Millionen im Gesundheitssystem", so Wilfing.

"Der Trend geht weg von längeren hin zu kürzeren und tagesklinischen Aufenthalten", sagte der Landesrat. Niederösterreich sei dabei "Vorreiter": 8,7 Prozent der insgesamt 358.000 Krankenhausaufenthalte im Vorjahr dauerten demnach nur einen Tag, österreichweit liege der Durchschnitt bei 5,6 Prozent. Die Verweildauer sei von 2001 bis 2015 von sechs auf 4,8 Tage gesunken, wie die Statistik der Landeskliniken-Holding zeigt.

Durch moderne OP-Methoden sind viele medizinische Eingriffe tagesklinisch möglich. So werden auch Knie-Arthroskopien bereits ohne stationären Aufenthalt durchgeführt. Am häufigsten sind Augen-OPs - rund 94 Prozent aller Grauen-Star-Operationen in Niederösterreich werden tagesklinisch durchgeführt. Auch bei Eingriffen nach Brüchen von Leisten oder Nabel, Krampfadern-Entfernungen und gynäkologischen Operationen werden viele Patienten abends nach Hause entlassen.

Interdisziplinäre Tageskliniken gebe es bereits zum Beispiel in Zwettl, Mistelbach, Stockerau und Mödling, sagte Markus Klamminger, stellvertretender Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding. Weil diese Einrichtungen am Wochenende geschlossen haben, reduziere dies die Personalkosten, dazu kommen Einsparungen bei stationärer Verpflegung und Betten, führte Wilfing aus. Frei gewordene Betten könnten in anderen Abteilungen wie Dialyse- und Palliativ-Stationen genutzt werden. Zudem seien die Einsparungen wichtig, weil in einem anderen Bereich - nämlich für Medikamente - die Ausgaben steigen.

Das Landesklinikum Klosterneuburg soll sich künftig auf chirurgische tagesklinische Operationen spezialisieren. 90 Prozent der Eingriffe könnten weiterhin am Standort stattfinden, die restlichen Operationen sollen in anderen Krankenhäusern wie Tulln und Korneuburg durchgeführt werden. Die Gynäkologie in Klosterneuburg soll weiterhin rund um die Uhr geöffnet haben.

In einer Befragung von tagesklinischen Patienten der Landeskliniken-Holding im Vorjahr gaben 88 Prozent an, mit dem Aufenthalt "sehr zufrieden" gewesen zu sein, zehn Prozent waren "zufrieden". "99 Prozent der behandelten Patienten würden sich wieder an einer Tagesklinik operieren lassen", so Wilfing. Von 9.070 verteilten Fragebögen wurden 5.295 während des Krankenhausaufenthalts beantwortet, 3.309 danach.

apa.at

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