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APA-Artikel 10. Februar 2016

Spitalsärzte - "Asklepios" erhält vorerst keinen Gewerkschaftsstatus

Die selbst ernannte Ärztegewerkschaft "Asklepios" in Wien hat 2015 einen Antrag auf die Anerkennung als offizielle Standesvertretung gestellt - vorerst erfolglos. Denn das zuständige Bundeseinigungsamt hat nun entschieden, dass der Gruppierung kein Gewerkschaftsstatus zusteht und sie somit bei Kollektivvertragsverhandlungen nicht berücksichtigt werden muss, berichtete "Der Standard" am Mittwoch.

Als einen der Hauptgründe für die Entscheidung führt die Behörde, die beim Sozialministerium angesiedelt ist, die geringe Anzahl an Mitgliedern an, für die ein Kollektivvertrag abgeschlossen werden muss. Im Fall der 1.805 Asklepios-Mitglieder waren das nur 59. Zur Erklärung: In Wien unterliegen die Ärzte der Gemeindekrankenhäuser der Landesgesetzgebung. Kollektivverträge gelten nur für Mediziner von Ordens- und Privatspitälern. Außerdem wird von der Behörde angeführt, dass die Gruppierung nicht eindeutlich der Arbeitnehmerseite zuordenbar sei, da Mitglieder mit Privatordination auch andere Kollegen anstellen.

Lungenfacharzt und "Asklepios"-Gründer Gernot Rainer will die Entscheidung nicht hinnehmen und fasst weitere Rechtsschritte ins Auge. So habe er bereits Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt, sagte er dem "Standard". Er wolle seine Organisation weiter als "Spartengewerkschaft für angestellte Ärzte" führen.

Asklepios hatte 2015 sich im Zuge der monatelangen Streitigkeiten zwischen Spitalsärzten, Krankenanstaltenverbund (KAV) und Stadt Wien im Zusammenhang mit dem neuen Arbeitszeitgesetz und der damit verbundenen Gehaltsstruktur formiert. Sie versteht sich als Alternative zur Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, die in der Bundeshauptstadt für die KAV-Ärzte zuständig ist. Den Gewerkschaftsstatus wollte man nicht zuletzt erreichen, um künftig bei Kollektivvertragsverhandlungen nicht mehr ausgeschlossen werden zu können.

apa.at

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