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APA-Artikel 4. Februar 2016

FPÖ mit Rundumschlag gegen Wiener Gesundheitssystem

Die Wiener FPÖ hat bei einer Pressekonferenz am Donnerstag umfassende Kritik am Wiener Gesundheitssystem geübt. Stadtrat David Lasar forderte eine Verschlankung des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) und warf Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) "Überforderung" vor. Er forderte unter anderem eine Stärkung des niedergelassenen Bereichs - hier würden 300 Ärzte fehlen, sagte Lasar.

Einmal mehr kritisierte er das Spitalskonzept 2030, das eine Konzentration auf Regionen sowie Schwerpunktsetzungen in Krankenhäusern vorsieht. Die Bevölkerung werde sich in Zukunft nicht mehr auskennen und somit vor allem ins AKH, in dem es alle Abteilungen gibt, gehen, prognostizierte Lasar: "So kann das nicht funktionieren." Im Donauspital werde es künftig etwa keine Abteilung für Augenheilkunde mehr geben, der 21. und 22. Bezirk würden damit unterversorgt sein. Er verstehe außerdem nicht, warum die acht Wiener Ordensspitäler nicht in das Spitalskonzept eingebunden würden.

Um die Ambulanzen zu entlasten, müssten Ärzte im niedergelassenen Bereich die Möglichkeit erhalten, Ärzte anstellen zu können. Damit könnten die Ordinationszeiten der Hausärzte von Montag bis Samstag ausgeweitet werden. "Wir haben viel zu wenige Ärzte in Wien", betonte Lasar. Neben dem niedergelassenen Bereich würden auch im AKH und im KAV jeweils 200 Ärzte fehlen.

Auch dass es am Wochenende in der Kinderambulanz des Donauspitals zu stundenlangen Wartezeiten gekommen sein soll, hätte nicht passieren dürfen. "Jedes Jahr gibt es eine Grippewelle", meinte Lasar. "Man war hier in keiner Weise gerüstet."

Handlungsbedarf orteten in diesem Zusammenhang auch die Wiener NEOS: "Die Zustände, die vergangenes Wochenende auf der Kinderambulanz im Donauspital geherrscht haben, zeigen deutlich den Personalengpass, der in den Wiener Spitälern seit der Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes herrscht", sagte Gemeinderat Stefan Gara laut Aussendung. Das Gesundheitssystem müsse "auch für Extremfälle wie Grippewellen gerüstet sein". Das Spitalskonzept könne ohne Plan für den niedergelassenen Bereich nicht funktionieren, so Gara.

Im KAV hatte man kürzlich betont, dass der Andrang am vergangenen Wochenende in der Kinderambulanz des Donauspitals "selbst für Zeiten von Grippewellen außergewöhnlich hoch" gewesen sei. Das Donauspital habe sämtliche verfügbaren Ärzte eingesetzt und man bereite sich im KAV durch verschiedene Maßnahmen auf Grippewellen vor. Für das kommende Wochenende gelobt man dennoch Besserung. Sowohl ärztliches als auch pflegerisches Personal werde aufgestockt. Zusätzlich gebe es Ärzte, die für den Notfall einspringen könnten, betonte eine Sprecherin gegenüber der APA.

apa.at

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