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APA-Artikel 27. Jänner 2016

Schweiz: Spitäler verbessern sich beim Vermeiden von leichtem Wundliegen

Patientinnen und Patienten in Schweizer Spitälern leiden weniger häufig an leichtem Wundliegen. Schwere Druckgeschwüre bleiben hingegen ein Problem.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ). Gemäss der im November 2014 erhobenen Daten sank die Häufigkeit leichten Wundliegens - also geröteter Druckstellen - im Vergleich zu 2013 sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen.

Die seit 2011 jährlich erhobenen Daten zeigen einen leichten Abwärtstrend der Häufigkeit solcher ersten Anzeichen von Wundliegen. Schwerere Druckgeschwüre, die mit Hautverlust einhergehen, scheinen jedoch relativ unverändert vorzukommen. Seit 2011 schwankt deren Rate bei Erwachsenen um die zwei Prozent. Gleiches gilt für Stürze im Spital, deren Häufigkeit ebenfalls erfasst wurde.

Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren liegen bisher nur Daten aus 2013 und 2014 vor. Bei ihnen stieg die Rate von schwereren Liegegeschwüren von 2,5 Prozent in 2013 auf 3 Prozent in 2014. Auch hierbei kann es sich um zufällige Schwankungen handeln.

Wundliegen (Dekubitus) und dessen Schweregrad wurde am 11. November 2014 bei rund 13'300 Erwachsenen und etwa 780 Kindern und Jugendlichen in insgesamt 168 Spitälern erfasst. Weil die Fälle nur an einem Tag im Jahr erfasst und dokumentiert werden, kommt es zu zufälligen Schwankungen von Jahr zu Jahr. Es sei daher wichtig, den Trend über mehrere Jahre zu beobachten, erklärt der Verein ANQ auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Insgesamt war Dekubitus aller Schweregrade bei 13,5 Prozent der untersuchten Kinder beobachtet worden. Die meisten waren weniger als ein Jahr alt. Wegen ihrer noch unreifen Haut sind insbesondere Früh-und Neugeborene anfällig für Wundliegen. Fussknöchel, Fersen und Nase waren dabei die am häufigsten betroffenen Körperstellen.

Im internationalen Vergleich schneiden Schweizer Spitäler gut ab, was Dekubitus bei Erwachsenen angeht. Bei Kindern und Jugendlichen liegt die Schweiz jedoch im Mittelfeld. Insbesondere beim Reduzieren schwerer Druckgeschwüre gäbe es Verbesserungspotenzial, so die Mitteilung der ANQ. Ganz verhindern liesse sich Wundliegen jedoch nicht immer.

Relativ hoch sei allerdings die Sturzrate in Schweizer Spitälern im Vergleich zum Ausland. Hier seien die Spitäler aufgefordert, die Gründe zu untersuchen und Massnahmen zu ergreifen, so die ANQ.

apa.at

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