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APA-Artikel 21. Jänner 2016

Pflege - Studie sieht geringe Autonomie der Pflegebedürftigen

Eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) sieht Verbesserungsbedarf im Pflegewesen. So müsse aus Sicht der Langzeit-Pflegekräfte etwa die Autonomie der Pflegebedürftigen gestärkt werden, indem diesen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um ihre Pflege selbst auswählen zu können. Aber auch bei den Arbeitsbedingungen gibt es laut der AK-Studie Optimierungspotenzial.

Laut der qualitativen Studie - basierend auf Vorstudien und vorhandener Literatur sowie Interviews mit Vertretern relevanter Berufsgruppen in der Langzeitpflege - reicht das Pflegegeld oft nicht aus, um die erforderliche Betreuung zukaufen zu können. Außerdem wird die Wahlfreiheit der Pflegebedürftigen oft eingeschränkt, weil Betroffene und Angehörige über alternative Pflegearrangements nicht genügend informiert sind bzw. weil in bestimmten Gebieten bestimmte Angebote gar nicht existieren. Auch würde etwa nicht genügend Physio- oder Ergotherapie angeboten werden.

Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen verweist die Studie u.a. darauf, dass Pflege- und Betreuungskräfte oftmals hohen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt seien. Viele Träger-Organisationen hätten mittlerweile begonnen, Programme zur Gesundheitsförderung oder zur Burn-out-Prophylaxe anzubieten. Diese würden aber oftmals aus Zeitmangel nicht in Anspruch genommen.

Verbesserungspotenzial sieht die Studie etwa auch beim Übergang zwischen Akut-Pflege im Krankenhaus und Betreuung zuhause bzw. im Alten- und Pflegeheim. Ohne Entlassungsmanagement komme es zum "Drehtür-Effekt" mit einer kurzfristigen Wiederaufnahme im Spital. Als problematisch wird auch oft die Informationsweitergabe (Datenschutz) sowie die Koordination mit mobilen Diensten beschrieben. Die Beschäftigten fordern diesbezüglich Verbesserungen bei der Aus- und Fortbildung.

apa.at

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