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APA-Artikel 20. Jänner 2016

Wiener Spitalskonzept - Opposition sieht eher Bedrohung

Das Wiener Spitalskonzept - das eine Konzentration auf Regionen sowie Schwerpunktsetzungen in Krankenhäusern vorsieht - wird von der Opposition eher als Bedrohung empfunden. So sei etwa mit der Umsiedelung der Augenabteilung aus dem Donauspital in die Rudolfstiftung eine "Unterversorgung" des 21. und 22. Bezirkes vorprogrammiert, warnte FP-Stadtrat David Lasar am Dienstag in einer Aussendung.

Es sei "völlig unverantwortlich", Patienten quer durch Wien zu schicken, bevor eine Behandlung überhaupt erst möglich sei, kritisierte der freiheitliche Politiker. "Das gesamte Spitalskonzept 2030 bedroht die Gesundheitsversorgung der Wiener Bevölkerung anstatt es zu verbessern. Es handelt sich regelrecht um einen gesundheitspolitischen Amoklauf auf dem Rücken der Patienten", befand Lasar. Lange Wartezeiten oder die Problematik des fehlenden Personals würden dadurch nicht verbessert. Auch der niedergelassene Bereich würde nicht einbezogen.

"Wir bleiben skeptisch, was die Umsetzung des Masterplanes und die Auswirkungen auf das medizinische System betrifft", stellte auch die Gesundheitssprecherin der ÖVP Wien, Ingrid Korosec, klar. Die "längst fällige" Bündelung der Ressourcen sei zwar zu begrüßen, die mangelnde Kommunikation mit den Mitarbeitern oder auch den betroffenen Bezirken sei jedoch zu hinterfragen. Ein "heikles Nadelöhr" würden wohl die zentralen Notaufnahmen darstellen, fürchtet die schwarze Gesundheitspolitikerin.

Nach Ansicht der NEOS stellt das Konzept lediglich den Versuch dar, vom kurz bevorstehenden Zusammenbruch des Systems abzulenken: "Mit Worthülsen, wie es Häupl und Wehsely nun versucht haben, ist die Wiener Gesundheitsversorgung nicht mehr zu retten", beklagte Stefan Gara, der Gesundheitssprecher der pinken Rathauspartei. Auch er urgierte die Berücksichtigung des niedergelassenen Bereichs. Die Reformpläne seien "nicht zu Ende gedacht".

Der Koalitionspartner der Wiener SPÖ, die Grünen, versprühten hingegen Zuversicht: "Das Spitalskonzept 2030 stellt sich der Herausforderung, Spitäler des Krankenanstaltenverbundes (KAV) in Wien zukunftstauglich zu machen", freute sich Gesundheitssprecherin Birgit Meinhard-Schiebel: "Wien ist mit der Schaffung von hochmodernen und mit speziellen Schwerpunkten ausgestatteten Häusern auf dem Weg, beste Krankenbehandlung für alle anzubieten."

Und auch die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) begrüßt das Vorhaben: "Damit kommt es zu einer Optimierung der Leistungen und zu einer Qualitätssteigerung für unsere Versicherten", zeigte sich Kassenobfrau Ingrid Reischl in einer Aussendung zuversichtlich: "Wichtig ist, dass dieses neue Konzept mit Augenmaß und über einen entsprechenden Zeitraum hinweg umgesetzt wird, damit es zu keiner Verunsicherung der Wiener Bevölkerung kommt."

Als "wesentlicher Finanzierer" der Spitäler habe sich die Sozialversicherung mehrfach für eine Neugestaltung und damit auch Entlastung der Krankenhäuser ausgesprochen, beteuerte Reischl. Letzteres sei zudem ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsreform. Die Stärkung der Primärversorgung im niedergelassenen Bereich - mit einer entsprechenden gesetzlichen Regelung - dürfe nun aber nicht außer Acht gelassen werden, erklärte die WGKK-Chefin.

apa.at

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