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APA-Artikel 19. Jänner 2016

Neues Konzept: Wiens Krankenhäuser werden eine Spur spezieller

Die Planungen für das Wiener Spitalskonzept 2030 stehen: In den kommenden Jahre soll die medizinische Landschaft in der Bundeshauptstadt signifikant umgestaltet werden. Der Krankenanstaltenverbund (KAV) setzt künftig auf ein aus drei Regionen bestehendes Konzept mit weniger Krankenhäusern - und auf Schwerpunktzentren. Wobei betont wird: Eine Grundversorgung wird es überall geben.

Das in den Grundzügen bereits bekannte Reformvorhaben wurde am Dienstag in einer Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Häupl und Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (beide SPÖ) und KAV-Generaldirektor Udo Janßen präsentiert. Zuletzt wurden die Planungen für den Medizinischen Masterplan und die Master-Betriebsorganisation abgeschlossen. Die Versorgung der Stadt wird künftig in Regionen eingeteilt, in denen jeweils zwei "Partnerspitäler" zur Verfügung stehen.

Im Westen sind dies das Krankenhaus Hietzing und das Wilhelminenspital, in der Region Nord/Ost das Donauspital und das in Bau befindliche Krankenhaus Nord sowie im Süden das Kaiser-Franz-Josef-Spital und die Rudolfstiftung. Die Leistungsangebote sollen, so hieß es, aufeinander abgestimmt werden und sich ergänzen. Eine Ausnahme - da auch relevant für die überregionale Versorgung - bleibt das Allgemeine Krankenhaus. Die Universitätsklinik bleibt in vollem Umfang bestehen.

Bereiche anderer städtischer Spitäler - etwa aus dem Otto-Wagner-Spital oder dem bereits geschlossenen Kaiserin-Elisabeth-Spital - wurden bzw. werden in die sechs nun maßgeblichen regionalen Anstalten übertragen. An sämtlichen Standorten wird es eine Notaufnahme sowie eine sogenannte erweiterte Grundversorgung geben, wie betont wurde. Sie umfasst laut KAV Einrichtungen der Inneren Medizin, der Allgemeinchirurgie und der Neurologie. Eine gynäkologische Grundversorgung wird zumindest in fünf der sechs Krankenhäusern angeboten.

Ein Novum sind jene "Zentren", die als eine Art Hotspot spezielle Disziplinen abdecken werden. Sie sind zum Teil interdisziplinär konzipiert. Als ein Beispiel wurden unter anderem die künftigen Onkologischen Zentren genannt. Deren Spektrum soll von Untersuchungen und Diagnosen bis hin zu allen Arten von Krebsbehandlungen reichen. Sie sind im Wilhelminenspital, im Kaiser-Franz-Josef-Spital sowie im Donauspital vorgesehen.

Auch "monodisziplinäre Zentren" sind Teil des Plans. So wird etwa die Rudolfstiftung ein Augenzentrum beherbergen. Eine Unterversorgung in anderen Gegenden sei dadurch nicht zu erwarten, beteuerte KAV-Chef Janßen. Denn von der Rudolfstiftung aus werde auch die augenheilkundliche Versorgung in anderen Gemeindespitälern organisiert - die, wenn auch weniger umfangreich, auch dort vorgesehen sei, wie es hieß.

Generell gehen die Wiener Gesundheitsplaner davon aus, dass es künftig mehr ambulante und weniger stationäre Behandlungen geben wird. Keinesfalls schrumpfen soll hingegen die Zahl der Beschäftigten, wie Gesundheitsstadträtin Wehsely versicherte. Die Ressortchefin sprach sich zudem einmal mehr dafür aus, auch den niedergelassenen Bereich zu stärken. Sie kündigte diesbezüglich Gespräche mit der Wiener Gebietskrankenkasse an.

Bürgermeister Häupl verwies ebenfalls auf eine bestehende Forderung der Stadt: "Nachhaltige" Investitionen wie jene im Gesundheitsbereich sollten aus dem österreichweiten Stabilitätspakt herausgerechnet werden - "und zwar ohne dass man das große Verschuldungstrauerlied anstimmt", sagte der Stadtchef. Allein in den nächsten zehn Jahren sollen laut Häupl in Wien in diesem Zusammenhang insgesamt zehn Milliarden Euro ausgegeben werden.

apa.at

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