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APA-Artikel 19. Jänner 2016

ELGA - Für Hausärzteverband Koma-Patientin

Der Hausärzteverband (ÖHV) übt auch nach dem (bisher ohne bekannt gewordene Zwischenfälle erfolgten) Start der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA Kritik. Im Fokus einer Pressekonferenz am Dienstag stand diesmal all das, was der Akte aus Sicht der niedergelassenen Ärzte fehlt. Die eingeführten EDV-Systeme der Allgemeinmediziner könnten viel mehr, behauptete Präsident Christian Euler.

ÖHV-Sprecher Wolfgang Geppert ortete eine "staatlich verordnete mickrige Rumpf-ELGA". Bekräftigt wurde dies von Arge-Daten-Obmann Hans Zeger. Die medizinischen Aufzeichnungen der niedergelassenen Ärzte würden auch in Zukunft nicht in ELGA aufgenommen, ebenso wenig wie Röntgenbilder oder Ähnliches. Dafür zerstöre man eine bestehende Infrastruktur, klagte er. "Für die Bürokraten ist ELGA natürlich ein Superspielzeug."

Die bisher investierten 200 Mio. Euro fehlten dem Gesundheitssystem, meinte Zeger weiter, gleichzeitig sei das System aber weit weg vom Stand der e-Health-Technik. "ELGA ist ein hausgemachter Murks, von dem alle hoffen, dass nichts passiert." Wahrscheinlich würden die Verantwortlichen noch fünf Jahre zusehen und das System dann ebenso einstellen, wie europaweit andere erfolglose Systeme auch.

Dass die Patienten langfristig profitieren werden, betonte hingegen der ÖGB in einer Aussendung. Dem ÖHV warf der leitende Sekretär Bernhard Achitz Verunsicherung vor, denn er deute an, dass die derzeit woanders als in ELGA gespeicherten Befunde künftig nicht mehr berücksichtigt würden. "Auch in Zukunft muss jeder Arzt und jede Ärztin selbstverständlich alle ihm zur Verfügung stehenden Fakten bei der Entscheidung über die richtige Behandlung berücksichtigen, auch wenn sie (noch) nicht in der ELGA abgespeichert sind."

apa.at

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