zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 18. Jänner 2016

Neuerlich Keimbefall in Linzer Klinikum: Bub nicht in Lebensgefahr

Im Linzer Kepler Universitätsklinikum ist am Freitag erneut ein Fall des multiresistenten Acinetobacter-Keims bei einem Baby festgestellt worden. Es handelt sich laut Spital um ein Kind, das vorigen Samstag vom Landesklinikum Amstetten nach Linz verlegt wurde. Der Bub befand sich in der chirurgischen Intensivstation, in jener Abteilung, in der im Dezember der Keim erstmals aufgetreten war.

Der wenige Monate alte Säugling befinde sich trotz einer ernsthaften Grunderkrankung nicht in Lebensgefahr. Auch habe der Keimbefall bisher zu keiner Erkrankung geführt, teilte Klinikumssprecher Clemens Kukacka mit. Der Bub befindet sich aber in Quarantäne.

In der Linzer Landesfrauen- und Kinderklinik - seit Jahreswechsel Teil des Kepler Universitätsklinikums - war im Dezember bei fünf Babys der Erreger nachgewiesen worden. Zwei starben, eines bekam Lungenentzündung, zwei blieben zunächst ohne Symptome.

Nach einer chemischen Reinigung wurde die chirurgische Intensivstation kurz vor Weihnachten wieder freigegeben. Ob sich der Säugling dennoch dort den Keim geholt hat, sei laut Kukacka derzeit noch ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft wurde verständigt. Nur bei der Übernahme eines Patienten aus einem südeuropäischen Krankenhaus verlange das Klinikum einen Nachweis über die Keimfreiheit. Im aktuellen Fall wurde der Acinetobacter bei einem Routine-Screening in Linz nachgewiesen.

Sowohl bei dem Buben als auch bei jenen betroffenen Kindern im Dezember wurde der Keim Acinetobacter baumanii nachgewiesen. Er kommt laut Spital überall in der Umwelt vor und ist für gesunde Menschen nicht gefährlich. Kranke oder immungeschwächte Menschen können allerdings an einer schweren Infektion erkranken.

Acinetobacter ist ein multiresistenter Keim. Das bedeutet, dass nicht mehr jedes Antibiotikum wirkt. Bei einem Ausbruch muss immer getestet werden, auf welche Mittel der aktuelle Bakterienstamm noch reagiert. Die Übertragung des Erregers erfolgt von Mensch zu Mensch und er bleibt an Oberflächen haften.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben