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APA-Artikel 14. Jänner 2016

ÖH Medizin Innsbruck spricht sich klar gegen neue Medical School in Tirol aus

In Anlehnung an die aktuelle Debatte um eine weitere Ärzteausbildungsstätte in Tirol spricht sich die HochschülerInnenschaft der Medizinischen Universität Innsbruck klar gegen diese Pläne aus. Der Ärztemangel in Tirol kann nicht durch eine Erhöhung der Ausbildungsplätze behoben werden, während aktuell rund zwei Drittel der Innsbrucker Medizinstudierenden aufgrund besserer Bedingungen ihre Zukunft im Ausland sehen.

Eine Erhöhung der Ausbildungsplätze wird diese Problematik nicht lösen, solange Ärztinnen und Ärzte weiterhin nicht in Tirol gehalten werden können. Auf Dauer wird sich so der Ärztemangel weiter verschärfen und die Gesundheitsversorgung aller Tirolerinnen und Tiroler gefährdet sein.

Zurzeit bilden Österreichs öffentliche Medizinische Universitäten jährlich 1.416 ÄrztInnen aus, wovon auf die Medizinische Universität Innsbruck knapp 300 AbsolventInnen entfallen. Dies stellt im internationalen Vergleich eine der höchsten Absolventenzahlen bezogen auf die Bevölkerung dar. Das Medizinstudium ist allerdings das für den Staat teuerste Studium, auch daher ist es notwendig, diese heimisch ausgebildeten, dringend benötigten Fachkräfte im Land zu halten.

Eine Umfrage der HochschülerInnenschaft an der Medizinischen Universität Innsbruck hat im letzten Jahr deutlich gezeigt, dass die Mehrheit unserer angehenden Ärzte planen, das Land zu verlassen und das zumeist aus finanziellen Gründen. Diese Medizinervertreibung beginnt in Tirol bereits im letzten Studienjahr: Während dieses klinisch-praktische Jahr in Österreich aktuell fast flächendeckend mit einer Aufwandsentschädigung vergütet wird, stellt Tirol dabei immer noch eine traurige Ausnahme dar. Die von der ÖH Medizin Innsbruck seit langem geforderte angemessene Aufwandsentschädigung wäre ein erster Schritt, angehende Ärztinnen und Ärzte an die Tiroler Krankenanstalten zu binden und nicht ans Umland zu verlieren.

Trotz der hohen Lebensqualität, die Tirol bietet, fühlen sich viele dazu gezwungen, ihre Ausbildung im Ausland fortzusetzen. Sollten die Arbeitsbedingungen und Gehälter der Ärzteschaft nicht adäquat angepasst werden, so wird sich die fortwährende Abwanderung nicht stoppen lassen. Daran würde auch die zusätzliche Ausbildung von weiteren hundert MedizinerInnen pro Jahr in Tirol nichts ändern.

Eine weitere medizinische Ausbildungseinrichtung ist in Anbetracht der bestehenden Strukturen definitiv nicht zielführend und würde außerdem, wie ein Bericht des Rechnungshofs bezüglich der 2014 eröffneten Medizinischen Fakultät Linz zeigt, ein ähnliches finanzielles Fiasko bedeuten und einen verantwortungslosen Umgang mit Steuergeldern darstellen.

Das Ziel muss es sein, die vielen teuer ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte in Österreich zu halten, anstatt die Zahl der Ausbildungsplätze weiter zu erhöhen.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/18405/aom

apa.at

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