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APA-Artikel 4. Jänner 2016

Montgomery für schärfere Regeln auf dem Arzneimittelmarkt

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für schärfere Regeln auf dem Arzneimittelmarkt ausgesprochen. "Das AMNOG (Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes) hat einen sehr guten Ansatz. Aber es muss regelmäßig nachgeschärft werden", sagte Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. Die Pharmaindustrie nutze die Bestimmungen des AMNOG hochkompetent für ihre Zwecke aus.

Seit Inkrafttreten des Gesetzes vor fünf Jahren richten sich die Preise nach dem Zusatznutzen neuer Präparate gegenüber solchen, die schon auf dem Markt sind. Allerdings können die Pharmaunternehmen im ersten Jahr Preise nach eigenem Gutdünken nehmen, bis der Erstattungsbetrag zwischen Herstellern und GKV-Spitzenverband ausgehandelt ist.

Wenn es stimme, dass Herstellungs- und Vertriebskosten für eine Therapie mit dem anerkanntermaßen sehr wirksamen Hepatitis-C-Präparat Sovaldi tatsächlich bei 1500 Euro liegen, die Therapie am Anfang 60 000 Euro koste und nach Verhandlungen mit den Krankenkassen immer noch 45 000 Euro, "dann ist das einfach unanständig. So was darf nicht sein", sagte der Präsident der Bundesärztekammer.

Die Ärzteschaft sieht hier offensichtlich Handlungsbedarf. Montgomery kündigte an, man wolle auf dem nächsten Ärztetag über ethische Preisbildungen von Medikamenten reden. Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) dringen noch in dieser Legislaturperiode auf ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren.

apa.at

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