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APA-Artikel 22. Dezember 2015

Nach Spritzenverwechslung am LKH Graz: Oberstaatsanwaltschaft am Zug

Zwei Jahre nach der tödlichen Spritzenverwechslung am LKH Graz ist der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Graz fertig und liegt nun bei der Oberstaatsanwaltschaft zur Prüfung auf. Sprecher Erich Leitner sagte am Dienstag, dass der mehrbändige Akt Mitte Jänner gesichtet und beurteilt sein soll. Danach werde bekannt gegeben, ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird.

Ermittelt wurde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen eine Ärztin, zwei ehemalige Abteilungs-Chefs und die steirische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz. Das Opfer, ein bekannter Grazer Unternehmer, hatte sich aufgrund seiner Leukämieerkrankung einer ambulanten Chemotherapie am Grazer Klinikum unterzogen. Er sollte am Tag des fatalen Irrtums im Dezember 2013 zwei Substanzen erhalten - eine Ärztin verabreichte ihm allerdings die für die Vene vorgesehene Spritze fälschlicherweise ins Rückenmark. Der Mann fiel ins Koma und starb kurz vor Weihnachten an den Folgeschäden der Spritzenverwechslung.

Der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Graz umfasst neben den Befragungen der Beschuldigten auch zwei Gutachten, eines des Krebsspezialisten Thomas Kühr und eines des Neurologen Hans-Peter Haring. Aus diesen soll hervorgehen, dass der Fehler vermeidbar gewesen sein wäre, wenn man das Medikament nicht als Spritze, sondern als Infusion vorbereitet hätte. Das sei auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO schon vor Jahren vorgeschlagen worden. Außerdem hätte sich die Ärztin besser über die Medikamente informieren müssen. Haring ortete auch organisatorische Mängel.

apa.at

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