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APA-Artikel 22. Dezember 2015

Ärzteausbildung: Oberösterreich hat Lehrpraxen-Finanzierung fixiert

Oberösterreich hat als erstes Bundesland die Finanzierung der verpflichtenden sechsmonatigen Lehrpraxis während der Ausbildung der Allgemeinmediziner fixiert. Land und OÖGKK einigten sich auf einen Finanzierungsschlüssel von 30 zu 70, informierten Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), OÖGKK-Obmann Albert Maringer und oö. Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser am Dienstag in Linz.

40 Ausbildungsplätze seien damit in OÖ garantiert. Die Kosten liegen bei rund 920.000 Euro, wovon gut 300.000 Euro das Land übernimmt und den Rest die Krankenkasse. Bereits Ende November hatten die Gesundheitsreferenten bei ihrer Konferenz in Bad Hall beschlossen, sich an der Finanzierung zu beteiligen, um den Bund zu entlasten und "die Blockade bei diesem Thema zu lösen", stellte Pühringer bei einer Pressekonferenz fest. In Oberösterreich ist dies jetzt gelungen, generell stehe jedoch der Anteil der Krankenkassen noch nicht fest, hatte Maringer, auch Vorsitzender des Krankenversicherungsausschusses im Hauptverband, noch Dienstag früh im Ö1- "Morgenjournal" gemeint. Er rechne aber damit, dass bis spätestens 30. Juni 2016 die Vereinbarung mit der Ärztekammer abgeschlossen sei.

Niedermoser sieht in der schnellen Einigung in Oberösterreich vor allem für die angehenden Mediziner eine große Verbesserung. Bis März 2016 müssen sich die ersten Studierenden nach der neuen Ärzteausbildungsordnung entschieden haben, ob sie nach dem Turnus ein Ausbildung zum Facharzt oder jene zum Allgemeinmediziner antreten wollen. Mit der Fixierung der Lehrpraxen sei eine Gleichstellung der Entlohnung für Lehrpraktikanten und Assistenzärzte gesichert, erklärte der Ärztekammerpräsident.

Ebenfalls geeinigt hat man sich in Oberösterreich auch auf einen geänderten hausärztlichen Nachtdienst. So werden die Bezirke größer und statt einer Leistungsvergütung wird es eine Pauschale geben. Neu ist auch, dass das Rote Kreuz die Allgemeinärzte zu den Patienten bringt. Fast flächendeckend werde dieser Fahrdienst künftig in Anspruch genommen, meinte Rot-Kreuz-Präsident Walter Aichinger bei der Pressekonferenz. Zudem wurde die Struktur der Kommunikation zwischen Patienten und Arzt vereinheitlicht. Zentrale Anlaufstelle bei jeder Art von Notdiensten ist das Rote Kreuz unter der Nummer 141.

Mit den am Dienstag präsentierten Vereinbarungen hofft Pühringer, den "Beruf des Haus- oder Landarztes wieder attraktiver zu machen".

apa.at

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