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APA-Artikel 22. Dezember 2015

Horrorklinik in Mailand: Lebenslange Haft für Ex-Chefarzt bestätigt

Ein ehemaliger Chefarzt eines Privatspitals in Mailand, in dem aus Profitgier jahrelang überflüssige Operationen durchgeführt worden sind, ist zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht in Mailand bestätigte jetzt ein 2014 gefälltes Urteil der ersten Instanz.

Einer seiner Assistenten, der erstinstanzlich zu 26 Jahren Haft verurteilt wurde, wurde nun freigesprochen. Ein weiterer Assistent des Chefarztes, erhielt eine Strafreduzierung von 30 auf 25 Jahre Haft, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Verurteilt wurden die beiden Angeklagten wegen schwerer Körperverletzung in 86 Fällen. Die Mediziner sollen sich durch die überflüssigen Eingriffe an ahnungslosen Patienten um insgesamt 2,5 Millionen Euro bereichert haben. Dabei sollen sie den Tod von vier Menschen verschuldet haben. Der Fall der Mailänder "Horrorklinik" hatte in Italien für Aufregung gesorgt.

Mehreren Frauen sei in der Klinik "Santa Rita" die Brust entfernt worden, obwohl eine Gewebeuntersuchung ausgereicht hätte. Anderen Patienten wurden unnötig Lungenflügel entfernt. Abhörmaßnahmen hatten die Ermittler 2008 auf die Spur der Betrüger in der 276-Betten-Klinik gebracht, die mit den überflüssigen Operationen ihr Gehalt monatlich auf bis zu 27.000 Euro aufgestockt haben sollen.

Oftmals seien die chirurgischen Eingriffe ohne das Einverständnis der Patienten oder des betreuenden Arztes vorgenommen worden. Der 51-jährige Chefarzt Paolo Brega Massone hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen. Ihm sei es immer nur um das Wohl der Patienten gegangen, gab er an. Er hatte lediglich zugegeben, dass einige Operationen "nicht angebracht gewesen seien."

apa.at

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