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APA-Artikel 22. Dezember 2015

Ärzteausbildung - Ministerium sieht Lehrpraxen auf gutem Weg

Das Gesundheitsministerium sieht mit der Zusage von Ländern und Sozialversicherung die Lehrpraxen-Finanzierung so gut wie gesichert. Jetzt seien nur noch Details auszuverhandeln, erklärte Sektionschef Clemens Martin Auer am Dienstag gegenüber der APA.

Bisher habe der Bund für Lehrpraxen rund eine Million Euro jährlich budgetiert. Diesen Beitrag werde man auch weiter leisten, aber mit dem für die neue Ärzteausbildung nötigen Ausbau auf 400 bis 500 Lehrpraxen österreichweit - mit Kosten von rund zehn Mio. Euro - seien auch die Länder und die Sozialversicherung gefordert. Die Ärzte, bei denen junge Allgemeinmediziner ausgebildet werden, hätten schon bisher eine Abgeltung geleistet.

Dazu ist der Chef der Bundessektion Allgemeinmediziner in der Ärztekammer, Gert Wiegele, aber nicht bereit: Die Lehrpraxisinhaber müssten ohnehin schon ihre Kollegen ausbilden, dann sollten sie nicht auch noch dafür zahlen müssen, meinte er im Ö1-"Mittagsjournal". Er sieht "die Allgemeinheit" in der Pflicht, diesen Teil der Arztausbildung zu finanzieren.

Für Auer ist mit der Festlegung von Ländern und Sozialversicherung die Frage der Finanzierung "mehr oder weniger erledigt". Fixiert werden müssten noch Details. Für praktikabel erachtet er das "Best-Practice-Modell" in Vorarlberg: Dort bleiben Turnusärzte beim Krankenanstaltenträger angestellt, auch wenn sie einen Teil der Ausbildung beim niedergelassenen Arzt absolvieren. Der Krankenanstaltenträger bezahlt sie auch und bekommt die Kosten refundiert - von Bund, Land, Sozialversicherung und dem Arzt.

Mit der neuen Ärzteausbildung ist für Allgemeinmediziner neben der Ausbildung im Spital auch eine sechsmonatige Lehrpraxis bei einem niedergelassenen Arzt vorgeschrieben. Das ist laut Auer auch eine sehr wichtige Maßnahme, um die Allgemeinmedizin attraktiver zu machen.

apa.at

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