zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 17. Dezember 2015

Diskussion um Nachtdienst-Reduktion in Wiener Pflegeheimen

In Wien sollen Nachtdiensträder in Pflegewohnheimen reduziert werden. Laut "Presse" (Donnerstag-Ausgabe) wird es künftig statt wie bisher zwei Ärzten nur noch einen anwesenden Mediziner geben. Die Ärztekammer warnt vor einer Verschlechterung der Betreuung, die Stadt versichert hingegen, dass schon jetzt zum Teil nur ein Arzt im Dienst sei.

Laut dem Bericht der "Presse" wird es ab März nächsten Jahres in insgesamt sechs Betreuungseinrichtungen statt zwei Nachtdiensträdern nur noch einen Arzt geben. Zudem, so heißt es, werden die Ärzte in Pflegewohnheimen angehalten, ihre Überstunden deutlich zu reduzieren, da zuletzt pro Einrichtung bis zu 400 Überstunden angefallen seien.

Gegenüber der Zeitung äußerte die Wiener Ärztekammer und die Ärztegewerkschaft Asklepios Kritik an der Maßnahme: "Doppelte Nachtdiensträder wurden nicht ohne Grund eingeführt. Eine gute medizinische Versorgung ist essenziell für Pflegeheime, denn hier werden kranke bis schwer kranke Menschen, teilweise sogar Wachkomapatienten behandelt," wird Kammerpräsident Thomas Szekeres zitiert.

Seiner Meinung nach führt die Maßnahme nicht zu Kosteneinsparungen: "Im Gegenteil, durch steigende Überstellungen würden die Kosten eher steigen." Auch die Anweisung zur Reduktion von Überstunden hält Szekeres für "kontraproduktiv". Überstunden würden schließlich nicht "aus Jux und Tollerei" gemacht, sondern aus einer Notwendigkeit heraus.

Beim Wiener Krankenanstaltenverbund wurde auf APA-Anfrage betont, dass bereits jetzt in der Hälfte der Pflegewohnhäuser lediglich ein Arzt pro Nacht anwesend ist. "Mit der kommenden Umstellung folgt man diesen Häusern", hieß es in einer Stellungnahme. Damit werde die Tagespräsenz der Mediziner verstärkt. Generell sei jedenfalls immer ein Arzt im Dienst, wurde beteuert. Das sei auch in Zukunft sichergestellt.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben