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APA-Artikel 16. Dezember 2015

Innsbrucker Kardiologie: Noch keine Entscheidung bekannt gegeben

Im Fall des etwa wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Honorar-Abrechnungen in die Kritik geratenen Leiters der Innsbrucker Kardiologie, Wolfgang-Michael Franz, ist am Dienstag keine Entscheidung über dessen Zukunft verlautbart worden. Med-Uni und "tirol kliniken" hätten sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt, die "akkordierte Lösung" müsse aber noch formalisiert werden, hieß es.

Dies soll noch im Laufe der Woche geschehen, teilte die Med-Uni in einer Aussendung mit. Sobald die akkordierte Lösung vorliege, werde man natürlich weiter informieren, wurde versichert. Darüber hinaus wollte die Klinik-Verantwortlichen keinerlei Auskünfte geben.

Am Dienstag hatte es sowohl Gespräche der Medizinischen Universität mit den "tirol kliniken" als auch eine Beratung des Rektorats der Med-Uni gegeben. Die Verantwortlichen hatten ursprünglich eigentlich für Dienstag eine Entscheidung über die Zukunft des Direktors angekündigt. Auch Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) drängte die Med-Uni als Dienstgeberin der Klinikdirektoren, "schnellstmöglich eine Lösung vorzulegen". Tilg war am 7. Dezember davon ausgegangen, dass dies "innerhalb einer Woche" erfolge.

Der Endbericht einer unabhängigen Expertenkommission hatte Franz schwer belastet. Konkret listete die Kommission "organisatorische Mängel" im Führungsverhalten sowie Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Honoraren auf. Franz habe im untersuchten Zeitraum seit 2013 rund 200 ambulanten Patienten der allgemeinen Klasse ohne Rechtsgrundlage Sonderklasse-Honorare gestellt. Im ambulanten Bereich gehe es dabei um einen Betrag von rund 50.000 Euro.

Im Bereich "Führung" orteten die Experten in allen Bereichen Defizite. In Gesprächen mit Mitarbeitern seien Franz unter anderem "mangelnde Paktfähigkeit, Kritikimmunität, Gesprächsverweigerung und fehlende Wertschätzung" vorgeworfen worden.

Indes beschäftigen die Klinik-Verantwortlichen auch Komplikationen und Todesfälle bei sechs bis sieben Patienten. Bisherige Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich um Vorfälle im "Rahmen des abgeklärten Risikos" gehandelt habe, hatte es in der vergangenen Woche seitens der Medizinischen Universität und der "tirol kliniken" geheißen. Man veranlasste allerdings noch eine Untersuchung durch einen Kardiologen in der Schweiz.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat nach anonymen Hinweisen Ermittlungen in diesen Fällen eingeleitet. Franz wies alle Vorwürfe von sich. Er brachte seinerseits eine Anzeige wegen Rufschädigung bei der Staatsanwaltschaft ein.

apa.at

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