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APA-Artikel 9. Dezember 2015

ELGA in steirischen Krankenhäusern angelaufen

In den steirischen Landeskrankenhäusern und einigen Pflegeeinrichtungen werden seit Mittwoch die Gesundheitsdaten der Patienten in der Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) gespeichert. "Ich denke, wir sind gut vorbereitet und es freut mich sehr, dass die Steiermark gemeinsam mit Wien die Vorreiterrolle übernehmen konnte", sagte der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP).

Mit dem Start von ELGA in der Steiermark kommt das digitale Gesundheitskonto in allen 23 Standorten der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) zur Anwendung. Zu diesen Häusern kommen auch noch die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz inklusive Albert Schweizer Klinik und vier Pflegeheime, das Krankenhaus der Elisabethinen in Graz, das Marienkrankenhaus Vorau sowie das Neurologische Therapiezentrum in Kapfenberg. Damit sind in der Steiermark bereits rund 90 Prozent der stationären und ambulanten Fälle abgedeckt.

Aus Sicht des Gesundheitslandesrates stärke ELGA vor allem die Autonomie und Sicherheit der Patientinnen und Patienten: "Sie werden in die Lage versetzt, selbst einen besseren Überblick über ihre Gesundheit zu haben, als bisher", sagte Drexler am Mittwoch in einem Pressegespräch in Graz. Diagnose- und Behandlungsverläufe würden transparenter und Mehrfachuntersuchungen werden erspart", so der Landesrat. "Ich gehe davon aus, dass das System klaglos funktionieren wird, hinsichtlich Datenschutz sind exzellente Lösungen gefunden worden", sagte Drexler. Auch Befürchtungen vonseiten der Mediziner, dass es zu einem höheren Arbeitsaufwand kommen könnte, versuchte Drexler zu zerstreuen: "Wir sind nicht unseres eigenen Betriebes Feind. Es wurden Vorkehrungen getroffen. Auch die Einführung der E-Card war von Befürchtungen begleitet, dass alles furchtbar kompliziert werden wird", erinnerte sich Drexler.

Die Umsetzung des sogenannten "ELGA-Bereich Steiermark" erfolgte seitens der Steiermärkischen Medizinarchiv GesmbH - einer Tochter der KAGes, schilderte KAGes-Vorstand Ernst Fartek. Das ELGA-System wurde auf das seit dem Jahr 2000 eingesetzten Krankenhausinformationssystems OpenMedocs aufgesetzt. "Um eine zusätzliche Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter zu vermeiden, ist ELGA nur einen Mausklick entfernt", betonte Fartek.

Neben den ersten Umsetzungsschritten wie die Archivierung und Bereitstellung von Befunden und Entlassungsbriefen sei ELGA "eine wichtige Infrastruktur für die Zukunft für andere e-Health-Anwendungen für Patienten und Ärzte", betonte Harald Gaugg, Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark. Der Gesundheitsfonds hat mit 4,8 Millionen Euro die Errichtung des ELGA-Bereiches Steiermark sowie den Betrieb bis Ende 2018 gefördert. Als eine der ersten kommenden Anwendungen werde im Bezirk Deutschlandsberg im zweiten Quartal 2016 die e-Medikation implementiert - und somit die von niedergelassenen Ärzten verschriebenen und abgegebenen Arzneimittel gespeichert. Geplant seien aber auch Anwendungen für chronisch Kranke, wie Programme für Diabetespatienten oder Herzkranke.

apa.at

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