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APA-Artikel 9. Dezember 2015

Schweizer Hausärzte sind mit ihrem Job zufrieden

Im Vergleich zu ihren Berufskollegen in anderen Ländern sind die Hausärzte und Hausärztinnen in der Schweiz mit dem hiesigen Gesundheitssystem und ihrer Tätigkeit überdurchschnittlich zufrieden. Sie stören sich allerdings daran, dass hierzulande zu viele und unnötige medizinische Leistungen erbracht werden.

Dies geht aus einer Umfrage hervor, die im Auftrag des Commonwealth Fund in elf Ländern durchgeführt und in Washington präsentiert wurde. Befragt wurden die sogenannten Grundversorger - neben Hausärzten und Kinderärzten können das auch Frauenärzte sein.

Von ihnen erhält das Schweizerische Gesundheitssystem gute Noten, wie das Bundesamt für Gesundheit am Dienstag mitteilte. 54 Prozent der Befragten sind demnach der Meinung, dass das System grundsätzlich gut funktioniere. Für 44 Prozent wären Anpassungen nötig. Damit steht die Schweiz zusammen mit Norwegen und Neuseeland an der Spitze.

Auch mit der eigenen Praxistätigkeit (86 Prozent) und dem Einkommen (72 Prozent) zeigen sich die Befragten zufrieden. Die Zufriedenheit nahm hier gegenüber der Befragung im Jahr 2012 (84 Prozent beziehungsweise 57 Prozent) nochmals zu. Vier von fünf Grundversorger (79 Prozent) zeigen sich aber unzufrieden darüber, dass sie im Vergleich mit den Spezialärztinnen und -ärzten deutlich weniger verdienen.

Zunehmend kritisch äussern sich die Hausärzte und Hausärztinnen zur Menge der medizinischen Leistungen, die erbracht werden. 51 Prozent der Befragten finden, dass in der Schweiz zu viele unnötige Leistungen durchgeführt werden - vor drei Jahren waren erst 38 Prozent dieser Ansicht gewesen.

Die internationale Umfrage bestätige zudem einen Trend hinsichtlich der Altersstruktur der Grundversorger, schreibt das BAG. Fast 30 Prozent der Grundversorgerinnen und Grundversorger in der Schweiz seien 60 Jahre alt oder älter. Nur gerade ein Fünftel aller Grundversorger sei jünger als 45 Jahre. Damit zeichne sich für die kommenden Jahre ein deutlicher Mangel an ärztlichen Grundversorgern ab.

Die Schweiz nimmt seit 2010 an der internationalen Befragung des Commonwealth Fund zur Gesundheitsversorgung teil. Der Commonwealth Fund ist eine private, nicht-gewinnorientierte Stiftung, die die Förderung gut funktionierender und effizienter Gesundheitssysteme mit besserem Zugang zur Krankenversicherung und die Qualitätsverbesserung der Leistungen zum Ziel hat.

apa.at

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