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APA-Artikel 1. Dezember 2015

Spitalsärzte - SPÖ über Platter verärgert, Bundesgrüne: "Planlos"

Die Einschränkungen bei Operationen an der Innsbrucker Klinik sorgen weiter für politische Reaktionen. Die Tiroler SPÖ zeigte sich über die Aussage von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) verärgert, wonach die Klinik die Dienstpläne besser zu gestalten habe. Auch die Bundes-Grünen meldeten sich zu Wort und orteten Planlosigkeit.

Die andere Gestaltung von Dienstplänen werde "nichts helfen, wenn das entsprechende Personal fehlt", erklärte SPÖ-LAbg. Gabi Schiessling. "Platters Anregungen dazu sind entbehrlich", kritisierte die Gesundheitssprecherin der Tiroler Sozialdemokraten. Für Schiessling handelt es sich um ein über Jahre hausgemachtes Problem. "Seit 1994 liegen die Gesundheitsagenden bei der ÖVP. Sie hat 20 Jahre lang weggeschaut und die Ärzte haben sich nicht gewehrt", meinte sie. Das neue Arbeitszeitgesetz verschärfe die Situation.

Dass bis Jahresende aufgrund von Personalmangel in der Anästhesie "zahlreiche Operationen" nicht mehr durchgeführt werden könnten, sei eine "unverantwortliche Gefährdung der Patientenversorgung, die vor allem sozial Schwächere trifft", kritisierte die Gesundheitssprecherin der Bundes-Grünen, Nationalratsabgeordnete Eva Mückstein. "Das im Vorjahr beschlossene Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz hatte eine Vorlaufzeit von elf Jahren, da die EU-Arbeitszeitrichtlinie bereits seit 2003 in Kraft ist, trotzdem steht man planlos da", meinte Mückstein, deren Parteifreunde in der Tiroler Landesregierung sitzen.

Als besorgniserregend bezeichneten die Grünen die Abwanderung von Anästhesisten und die mangelnden Bewerbungen auf freie Stellen an der Universitätsklinik Innsbruck. "Hier muss dringend mit strukturellen und finanziellen Maßnahmen gegengesteuert werden. Die Ausbildungsreform im Pflegebereich sollte eine Entlastung der Spitalsärzte bringen, diese lässt aber seit Monaten auf sich warten", bemängelte die Abgeordnete.

apa.at

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