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APA-Artikel 1. Dezember 2015

Spitalsärzte - Platter nimmt Klinik-Führung in die Pflicht

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat bezüglich der Einschränkungen bei Operationen an der Innsbrucker Klinik die Führung des Hauses in die Pflicht genommen. "Ich erwarte mir von der Klinik-Führung, die Dienstpläne so zu gestalten, dass es in der Gesundheitsversorgung zu keinem Defizit kommt", sagte Platter am Dienstag bei der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung.

Er erwarte sich von den Verantwortlichen, dass alle Maßnahmen unternommen würden, um "planerisch" einzugreifen. Es dürfe nicht sein, dass Operationen verschoben oder gar Notoperationen nicht durchgeführt werden, erklärte der Landeshauptmann.

"Es wird viel Geld zu Verfügung gestellt", sah Platter die entsprechenden Voraussetzungen seitens der Landespolitik als geschaffen an. Der Landeschef verwies auf die Anfang Oktober ausverhandelte Verlängerung der Übergangslösung bei den Ärztegehältern für das Jahr 2016. Wie bereits 2015 sollen auch im nächsten Jahr 11,2 Millionen Euro den "tirol kliniken" und 3,7 Millionen Euro den Bezirkskrankenhäuser für Gehaltsnachbesserungen zur Verfügung gestellt werden. Diese Verlängerung der Übergangslösung sei auch der ausdrückliche Wunsch der Verhandler aufseiten der Mediziner gewesen.

Im Rahmen der Gesamtverhandlungen habe das Land zudem die Finanzierung von 100 zusätzlichen Ärzten zugesagt. Nun müsse die Klinik-Führung eben die entsprechenden "Bewerbungen führen" und "aktiv sein", verlangte Platter.

Scharfe Kritik an der Politik der schwarz-grünen Landesregierung hagelte es unterdessen von der Opposition. FPÖ-Chef Markus Abwerzger ortete - sollten die Angaben über ausfallende Operationen stimmen - eine "Bankrotterklärung" des zuständigen ÖVP-Gesundheitslandesrates Bernhard Tilg. Dass personeller Engpass bestehe, wüssten sowohl die Führungsriege der "tirol kliniken" als auch Tilg seit Monaten, wenn nicht Jahren, meinte Abwerzger.

Die Liste Fritz sprach von einem "dramatischen Befund der Verantwortlichen", der nicht zu überraschen brauche. Er zeige nur deren Hilflosigkeit auf. "Die Patientenversorgung in Tirol steht auf dem Spiel. Der zuständige ÖVP-Gesundheitslandesrat Tilg und das Management der 'tirol kliniken' haben bis dato keine langfristige Lösung ausverhandelt, sondern geglaubt, mit einem finanziellen Lockangebot die Ärzte halten und die Misere aussitzen zu können", erklärte Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider in einer Aussendung.

apa.at

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