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APA-Artikel 27. November 2015

Ärzte: Männer verarbeiten schwere Krankheiten anders als Frauen

Besonders bei schweren Krankheiten müssen Ärzte das Geschlecht der Patienten nach Ansicht von Experten stärker berücksichtigen. "Männer haben von der Medizin ein Bild wie von einer Autowerkstatt - sie wollen schnell repariert werden und weitermachen. Frauen suchen dagegen von sich aus das beratende Gespräch", sagte der Experte Wolfgang Söllner am Freitag in Nürnberg im Vorfeld eines Ärztekongresses zur Geschlechterforschung in der Medizin.

"Männer nehmen ihre Gefühle weniger wahr und kommunizieren sie zudem nicht", ergänzte Söllner, der Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg ist.

Das mache Diagnostik und Behandlung schwieriger. Ein Beispiel: "Krebserkrankungen werden von Männern und Frauen unterschiedlich bewältigt." Söllner bezeichnete es als auffallend, dass es am häufigsten die Brustkrebspatientinnen seien, die offen mit ihren Ärzten über die Behandlung sprächen - und am wenigsten die Männer mit Prostatakrebs. "Dabei hängt bei Prostatakrebs die Lebensqualität sehr viel stärker von der Behandlungsmethode ab als bei Brustkrebs." Ärzten riet Söllner, aktiver auf erkrankte Männer zuzugehen. "Da kommt es sehr auf die Gesprächsführung an, das müssen Ärzte lernen."

apa.at

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