zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 26. November 2015

Länder wollen 30 Prozent der Kosten für Lehrpraxen übernehmen

Die Länder wollen 30 Prozent der Kosten für Lehrpraxen übernehmen, um den Bund zu entlasten. Einen entsprechenden Beschluss haben die Gesundheitsreferenten der Länder bei ihrer Konferenz am Donnerstag in Bad Hall verabschiedet. Damit "wollen wir die Blockade bei diesem Thema auflösen", erklärte der Gastgeber, der oö. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), im Anschluss an die Konferenz.

Nachdem auf Bundesebene wegen der Finanzierbarkeit dieser Ausbildungsmöglichkeit "ein Stillstand in der Entwicklung" eingetreten sei, einigten sich die Länder auf eine Beteiligung, erklärte Pühringer, der in Oberösterreich auch für die Gesundheit zuständig ist. Die vereinbarten 30 Prozent sollen aus dem Strukturfonds genommen werden, der zwar vom Bund gespeist werde, aber den Ländern zur Verfügung stehe. In Oberösterreich müssten aus diesem Topf pro Jahr zwischen 300.000 und 400.000 Euro entnommen werden. Die Schaffung der Lehrpraxen im niedergelassen Bereich sei eine notwendige Alternative zum Turnus im Spital im Rahmen der Ärzteausbildung.

Vor einem bevorstehenden Ärztemangel warnte Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ), weshalb sie ein Aufheben der Zugangsbeschränkung für das Medizinstudium forderte.

Im Rahmen der Ausbildung im Pflegebereich sei es auch der ausdrückliche Wille der Länder, die vier- bis fünfteilige Ausbildung auf drei zu beschränken, sagte Pühringer: Den Bachelor-Pfleger, den Pflegefach-Assistenten und den Pflegeassistenten. Derzeit gebe es bei der geplanten Gesetzesnovelle jedoch noch Probleme mit der Gewerkschaft, da mit der Akademisierung zum Bachelor auch neue medizinische Aufgaben für diesen Beruf hinzukommen, umriss der Landeshauptmann, wo es sich bei diesem Thema spießt.

Auch beim dritten Punkt, der in der Konferenz thematisiert wurde, gehe derzeit nichts weiter: Bei der Schaffung sogenannter Erstversorgungszentren, den Primary Health Care (PHC), mache die Ärztekammer dicht, bemängelten die Landesräte. Die Installierung laufe eher "im Zeitlupentempo" ab, kritisierte auch der steirische Gesundheitsreferent Christopher Drexler (ÖVP). Dabei gehe es nicht wie von der Ärztekammer behauptet um das Aushöhlen eines bestehenden Systems. Vielmehr seien sie eine notwendige Ergänzung im niedergelassenen Bereich. Mit den PHC könnten "Versorgungsengpässe auf dem Land verhindert und die Spitalsambulanzen in den Ballungsräumen entlastet werden", so Drexler. Daher fordern die Länder die Ärztekammer auf, in die Verhandlungen über das Gesetz zur Umsetzung einzutreten.

Grundsätzlich stellten die Gesundheitsreferenten noch klar, dass gleichzeitig mit den angelaufenen Finanzausgleichsverhandlungen auch die Krankenanstalten-Finanzierung und die Dotierung des Pflegefonds mitbehandelt werden müssen. "Es kann nur einen gemeinsamen Abschluss geben", machte Pühringer deutlich. Die Länder würden zwar einer Obergrenze bei der Krankenanstalten-Finanzierung zustimmen, erklärten jedoch auch, dass der 1,3 Millionen Euro-Pflegefonds, der Ende 2016 ausläuft, bis zum Jahr 2020 verlängert und aufgestockt werden müsse. Als Grund nannte Pühringer die demografische Entwicklung.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben