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APA-Artikel 23. November 2015

D: Kinderarzt soll viele Jungen missbraucht haben

Im Sommer 2014 sorgt die Entführung eines Fünfjährigen im Raum Hannover für Schlagzeilen. Später wird ein Kinderarzt aus Augsburg als mutmaßlicher Täter gefasst. Nun steht er vor Gericht - und die Anklage wirft ihm noch viel mehr vor.

Wegen Missbrauchs von rund 20 Jungen steht von Montag (13.30 Uhr) an ein Kinderarzt in Bayern vor Gericht. Der 40-Jährige soll auch für eine Kindesentführung im niedersächsischen Garbsen im August 2014 verantwortlich sein. Ein Fünfjähriger war damals in ein Auto gelockt, betäubt, missbraucht und nach zwei Stunden wieder freigelassen worden. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Wenige Wochen später wurde der aus Augsburg stammende Mediziner gefasst. Der Mann hatte damals als Assistenzarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover gearbeitet. In der Folge stießen die Ermittler auf immer neue Verdachtsfälle, die bis ins Jahr 2007 zurückreichen. Weitere Tatorte waren nach den Ermittlungen Augsburg, München und Nürnberg. Nach Medienberichten stritt der mutmaßliche Täter im Verhör die Vorwürfe ab und äußerte sich später nicht weiter.

Die Jungen, die der Mann sich laut Anklage als Opfer suchte, waren oft zwischen fünf und acht Jahre alt. Er soll sie zum Beispiel an entlegene Orte wie Tiefgaragen oder Keller gelockt haben, um sich an ihnen zu vergehen. Teilweise soll er die Kinder beim Missbrauch aufgenommen und die Bilder auf seinem Computer gespeichert haben.

Die Anklage listet eine Reihe von Straftaten auf - neben schwerem sexuellen Missbrauch unter anderem Vergewaltigung, Entziehung Minderjähriger, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

Der Prozess am Augsburger Landgericht wird voraussichtlich etwa bis März 2016 dauern.

apa.at

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