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APA-Artikel 19. November 2015

Informieren statt operieren: Spitäler setzen auf Gesundheitskompetenz

Die heimischen Spitäler und Betreuungseinrichtungen wollen die Gesundheitskompetenz stärken. Dabei geht es weniger um das medizinische Know-how, sondern um die Information von Patienten und Mitarbeitern. Österreich schneidet im Ländervergleich hier nämlich schlecht ab - etwa was das Wissen um Prävention betrifft, wie am Donnerstag anlässlich einer Tagung in Wien betont wurde.

Die bis Freitag angesetzte 20. Österreichische Konferenz gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG) steht unter dem Motto "Die Gesundheitskompetenz von Gesundheitseinrichtungen entwickeln". Die entsprechende Strategie sei auch Teil der Gesundheitsreform, wie die Leiterin der Sektion für Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten im Gesundheitsministerium, Pamela Rendi-Wagner, in einer Pressekonferenz erläuterte.

Eine europaweit (im Jahr 2011, Anm.) durchgeführte Studie habe ergeben, dass in Österreich die entsprechenden Kenntnisse dürftig sind. 54,8 Prozent haben demnach nur mangelndes oder problematisches Wissen. Ziel sei, diesen Wert, wenn der Vergleich (zuletzt von sieben Ländern, Anm.) noch einmal durchgeführt werde, zu reduzieren. Künftig sollen 55 Prozent über einen guten oder gar sehr guten Informationsstand verfügen, das Verhältnis sich also umdrehen.

"Wir müssen die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung effektiv stärken", mahnte Rendi-Wagner. Nötig sei, sich vor allem auf "vulnerable" Gruppen wie ältere oder wenig gebildete Menschen zu konzentrieren.

Von entsprechenden Bemühungen berichtete ONGKG-Netzwerkpräsidentin Ulrike Sommeregger: "Die Patienten finden es oft schwierig zu verstehen, was einem die Ärzte sagen." Darauf müssten auch die Krankenhäuser reagieren, beispielsweise durch entsprechende Unterstützung der Betroffenen. So sei es etwa oft nötig, geriatrischen Patienten durch wiederholte Gespräche zu erläutern, welche Therapien geplant sind. Entsprechende Ressourcen seien dafür unerlässlich. Denn unter Zeitdruck und bei Personalknappheit sei eine intensivere Betreuung nicht möglich, warnte Sommeregger.

Doch auch den Jüngeren widmet sich die Konferenz. Debattiert werden etwa Strategien zur Aufklärung darüber, dass man mit der Wahl des Lebensstils beeinflussen kann, wie fit man später sein wird. Gesundheitseinrichtungen, die ihre Aufgabe gut erfüllen sollen, bräuchten zudem auch gesunde Mitarbeiter, wie heute betont wurde. Eine umfassende betriebliche Gesundheitsförderung sei dafür unerlässlich, hieß es.

apa.at

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