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APA-Artikel 6. November 2015

Künftige ärztliche Versorgung ist eine machbare Herausforderung

Die Deckung des künftigen Bedarfs an Ärztinnen und Ärzten und damit die Sicherung der Qualität der medizinischen Versorgung in Vorarlberg ist eine große Herausforderung, aber machbar. So fassen Gesundheitslandesrat Christian Bernhard, VGKK-Obmann Manfred Brunner und der Geschäftsführer der Krankenhausbetriebsgesellschaft, Gerald Fleisch, die Ergebnisse einer aktuellen Studie zu diesem Thema zusammen. Sowohl an Vorarlbergs Spitälern als auch im niedergelassenen Bereich ist die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in den letzten Jahren gestiegen. Frei gewordene bzw. neu geschaffene Stellen konnten bzw. können bis auf wenige Ausnahmen besetzt werden.

Die am Freitag, 6. November 2015, im Landhaus präsentierte Analyse wurde von der Gesundheit Österreich Forschungs- und PlanungsGmbH im Auftrag des Vorarlberger Landesgesundheitsfonds erstellt und untersucht die ärztlichen Kapazitäten im intra- und extramuralen Bereich in Vorarlberg. Die wesentlichen Ergebnisse: - Mit Stand Dezember 2013 waren in Vorarlberg (ohne Zahnmedizin) rund 1.400 Ärztinnen und Ärzte (+48% gegenüber dem Jahr 2000) tätig, davon rund 900 als Angestellte (+54%) und rund 600 niedergelassen (+34%). Diese Steigerungsraten im Zeitraum 2000 bis 2013 sind in Vorarlberg durchwegs höher als im Österreich-Schnitt. - Besonders stark war der Zuwachs im Wahlarztbereich – die Zahl hat sich von rund 140 auf rund 300 Ärztinnen und Ärzte mehr als verdoppelt. - Im Dezember 2013 war ein Viertel der berufstätigen Ärztinnen und -ärzte in Vorarlberg 55 Jahre oder älter.

Insgesamt greifen die in Vorarlberg gesetzten Maßnahmen zur Attraktivierung des Arztberufes, betonten Bernhard, Brunner und Fleisch übereinstimmend. So stehe die grundsätzlich positive Entwicklung des intramuralen Ärztebestandes – 428 Neuzugänge gegenüber 268 Austritten im Zeitraum 2011 bis 2013 – im Zusammenhang mit Verbesserungen der finanziellen Entlohnung und der Arbeitsbedingungen über 50-jähriger sowie in der Wohnunterstützung, Kinderbetreuung und Personalentwicklung.

Im niedergelassenen Bereich gibt es Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung von Kassenstellen insbesondere im ländlichen Raum. VGKK-Obmann Brunner ist daher für eine Verbesserung des Knowhows zur Führung einer allgemeinmedizinischen Praxis bereits während der praktischen Ausbildung. Zudem gelte es, die Qualität der Turnusausbildung weiter zu stärken und abzusichern. Zur Attraktivierung des Vertragsarztbereichs wurden gemeinsam mit der Vorarlberger Ärztekammer vertraglich bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, etwa verschiedene Modelle für Jobsharing-Praxen, Gruppenpraxen und Praxisgemeinschaften. Da es trotz dieser Maßnahmen schwierig ist, mit den Vorteilen einer Wahlarztpraxis mitzuhalten, wären auch gesetzliche Maßnahmen anzudenken, um eine Trendumkehr – vom Wahlarzt hin zum Vertragsarzt – zu forcieren.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/16/aom

apa.at

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