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APA-Artikel 6. November 2015

Montgomery wirbt für Neuregelung der Sterbehilfe

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat unmittelbar vor der Abstimmung im Bundestag an die Abgeordneten appelliert, einer Neuregelung der Sterbehilfe zuzustimmen. Die Haltung "Besser keine Neuregelung als eine Strafverschärfung" sei keine Lösung, sagte Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin erschüttert über so viel Verantwortungslosigkeit. Die Erfinder dieser Idee führen das parlamentarische System ad absurdum. Es ist kindischer Trotz, gar keine Regelung zu bevorzugen, wenn man sich mit der eigenen Meinung nicht durchsetzen kann."

Die ursprünglich sehr respektvolle Debatte hatte zuletzt an Schärfe zugenommen. Inzwischen fühlen sich viele Abgeordnete herausgefordert, bei der Abstimmung nicht mehr den eigenen Gesetzentwurf durchzubringen, sondern den aussichtsreichsten zu verhindern.

Der Präsident der Bundesärztekammer wies den Vorwurf zurück, der Gesetzentwurf einer Abgeordnetengruppe um Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) kriminalisiere Ärzte und beeinträchtige das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Die Debatte um die Kriminalisierung der Ärzte ist eine Scheindebatte, die Ärzte und Parlamentarier verunsichern soll."

Die Auseinandersetzung mit der Sterbehilfe war aus Sicht Montgomerys "gesellschaftlich nötig und auch hilfreich". Viele Menschen hätten sich erstmals in ihrem Leben mit diesen Fragen auseinandergesetzt. "Und das war gut so. Denn es erleichtert schwierige Entscheidungen, wenn es dann für jeden mal so weit ist." Und wenn die Debatte über Sterbehilfe und Sterbebegleitung (Palliativmedizin) "ausgeht, wie ich glaube und hoffe, dann haben wir der Sterbebegleitung durch Palliativmedizin und Hospizarbeit einen großen Dienst erwiesen", sagte der BÄK-Präsident.

apa.at

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