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APA-Artikel 5. November 2015

Kongress widmet sich dem "Piloten" in der Medizin

Er ist oft der Troubleshooter in der Medizin: Der Anästhesist. Treten unerwartete Ereignisse während einer Operation auf, muss der Anästhesist blitzschnell reagieren können und sofortige Entscheidungen treffen. Kaum ein anderes Berufsbild in der Medizin ist mit derartigen Stresssituationen konfrontiert.

"Anästhesie von Null auf Hundert" lautet daher auch griffig der Titel der diesjährigen Kongresstage Anästhesie der Vinzenz Gruppe, zu denen rund zweihundert Medizinerinnen und Mediziner aus ganz Österreich, Deutschland und den USA erwartet werden.

Professor Dr. Gerhard Redl, leitender Anästhesist am Orthopädischen Spital Speising, der dieses Fachmeeting kommendes Wochenende in Wien organisiert, beruhigt zugleich: "Wir Anästhesisten sind zwar oft massiv gefordert und verstehen uns als "Piloten", die durch die Operation navigieren; in der Mehrzahl aller Fälle läuft ein medizinischer Eingriff natürlich völlig komplikationslos und ruhig ab. Die modernen Standards in der Medizin sind ja sehr hoch!".

Wie Piloten am Flugsimulator

Um dennoch gerüstet zu sein, üben angehende Anästhesisten heutzutage das "Pilotieren" von kritischen OP-Situationen anhand eines Simulators. "Geräte, an denen eine Puppe angeschlossen ist, geben ein bestimmtes Krisen-Ereignis vor: Da geht zum Beispiel plötzlich die Herzfrequenz massiv hinunter, und man muss blitzartig reagieren. Ich selbst bin beim Simulationstraining gehörig ins Schwitzen gekommen", sagt Redl.

Kindern und deren Eltern Angst nehmen

Der Job des Anästhesisten besteht jedoch nicht nur im Navigieren durch die Operation, auch in den Phasen davor und danach ist der Anästhesist stark gefordert. "Davor" etwa in der Aufklärung des Patienten. "Dabei spielen oft Ängste und Sorgen bei Patienten eine Rolle", weiß Redl zu berichten, "insbesondere bei Kindern und deren Eltern".

Um gerade dieser Zielgruppe Angst zu nehmen und detailreich über den bevorstehenden Eingriff aufzuklären, gibt es in den Krankenhäusern der Vinzenz Gruppe eine Reihe von Aktivitäten. Im Orthopädischen Spital Speising etwa arbeiten Anästhesisten, Kinderärzte, Orthopäden und Psychologinnen eng in der Aufklärung zusammen. Eine eigens erstellte Broschüre, die auch über das Internet abrufbar ist, und Videos, die Eltern auf Tablet-PCs gezeigt werden, sollen Ihnen die Angst nehmen.

"Wir haben die Antworten parat"

Im Fokus des Kongresses steht unter anderem auch die rasche Genesung von Patienten nach bestimmten Operationen – in der Fachwelt oft "Rapid Recovery" genannt. "Die verständliche Tatsache, dass Patienten heutzutage noch schneller nach einem Eingriff wieder voll mobil sein wollen, stellt natürlich auch Forderungen an uns Anästhesisten", erklärt der Kongresspräsident. "Und wir können diese auch einlösen: Die Schmerztherapie nach der Operation greift schneller als noch vor einigen Jahren; und auch die typischen Verwirrtheitszustände nach dem Aufwachen aus der Narkose treten heute seltener und milder auf – hier hat die moderne Anästhesie immer bessere Antworten parat", unterstreicht Professor Redl.

Die Kongresstage Anästhesie der Vinzenz Gruppe – sie sind die neunten ihrer Art – finden am 6. und 7. November im Orthopädischen Spital Speising statt.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1792/aom

apa.at

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