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APA-Artikel 2. November 2015

SPÖ-Frauen unternehmen neuen Vorstoß gegen "Schlankheitswahn"

Magermodels am Laufsteg oder extrem bearbeitete Körper in der Werbung - die SPÖ-Frauen sehen sich durch eine informelle Umfrage in ihren Forderungen bestätigt und pochen auf Maßnahmen gegen den "Schlankheitswahn". Die Auswertung zeige, dass Frauen zwar selbstbewusst sind, sich aber Grenzen für die Werbeindustrie wünschen.

Für die informelle Umfrage hat die SPÖ rund 1.700 Frauen etwa bei Straßenaktionen befragt. Dabei zeigte sich, dass die Zufriedenheit mit der eigenen Figur und dem Äußeren in allen Altersgruppen überwiegt: 19 Prozent sind sehr zufrieden und 51 Prozent eher zufrieden. Der Aussage, dass Bilder von perfekten Models in der Werbung verunsichern, stimmen aber 73 Prozent sehr oder eher zu. Auch spricht sich eine Mehrheit der Frauen für Grenzen in der Werbung aus.

Auffallend ist ein Altersunterschied bei der Frage nach Schönheitsoperationen. Die Ablehnung überwiegt in allen Altersgruppen, bei jungen Frauen steigt allerdings die Akzeptanz. 13 Prozent der Frauen bis 29 Jahre finden Schönheitsoperationen sehr geeignet und 23 Prozent eher geeignet, das eigene Aussehen zu verbessern. Im Vergleich dazu sagen sieben Prozent der Frauen von 29 bis 59 Jahre Schönheits-OPs sind sehr und 18 Prozent eher geeignet.

Befragt nach Maßnahmen für ein realistisches Schönheitsideal erhält der Vorschlag, wonach Models ein gesundes Mindestgewicht haben sollen, die größte Zustimmung. 90 Prozent halten dies für einen geeigneten Vorschlag. Auch eine Kennzeichnungspflicht für nachträglich retuschierte Werbefotos und ein Verbot sexistischer Werbung wird mehrheitlich positiv bewertet.

Shows wie die Suche nach dem "Next Topmodel" sollten beschränkt werden, dieser Aussage stimmten zwei Drittel zu. Eine weitere Maßnahme wären Schaufensterpuppen in realistischen Kleidergrößen.

Bei der Befragung wurde auch das Thema sexuelle Belästigungen angesprochen. Demnach hat jede zweite Frau bereits unerwünschte Berührungen erlebt. Dass sexuelle Belästigung inklusive Pograpschen strafrechtlich verfolgbar ist, wie es die SPÖ-Frauen fordern, unterstützen drei Viertel der Umfrageteilnehmerinnen.

Die SPÖ-Frauen sehen durch die Ergebnisse ihre Forderungen für Maßnahmen gegen den Schönheitswahn bekräftigt, erklärte Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner gegenüber der APA. Man werde die Daten auch der Frauenministerin und SPÖ-Frauenvorsitzenden Gabriele Heinisch-Hosek für die Ausarbeitung des Nationalen Aktionsplans zum Thema Frauengesundheit mit auf den Weg geben.

apa.at

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