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APA-Artikel 30. Oktober 2015

Gesundheits-Checks für 12.000 Jugendliche in Berufsschulen

Neustart für die Jugendlichenuntersuchung in Niederösterreich. Die Untersuchungsteams der NÖ Gebietskrankenkasse gehen ab sofort in die Berufsschulen. Damit sollen künftig mehr Jugendliche erreicht und über ihre gesundheitlichen Risiken aufgeklärt werden, sagte Obmann Gerhard Hutter heute auf einer Pressekonferenz in St. Pölten. "Mit den Gesundheits-Checks erreichen wir im heurigen Schuljahr 12 000 junge Menschen", so Hutter.

Ähnlich wie bei der "Vorsorgeuntersuchung", die es für alle ab 18 Jahre gibt, haben pflichtversicherte Jugendliche zwischen 15 und 18 die Möglichkeit, sich einmal pro Jahr einer kostenlosen ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Im Mittelpunkt stehen die Früherkennung von Krankheiten und Aufklärung über Risikofaktoren sowie Beratung rund um Fragen zu Suchtgiften oder Verhütung. Neben einer umfangreichen klinischen Untersuchung ist ein Sehtest genauso auf der Checkliste zu finden wie die Ermittlung des Body-Mass-Index" oder die psychische Gesundheit.

Einfach und praktisch: Check dauert 20 Minuten

Die Durchführung der Untersuchung an den 19 Berufsschulen Niederösterreichs bringt den Jugendlichen viele Vorteile und soll sie bewegen, die 15 bis 20 Minuten dauernde Untersuchung stärker in Anspruch zu nehmen als bisher. "Wir hoffen, die Teilnehmerzahl fast zu verdoppeln", sagte Hutter. Die Einladung der NÖGKK ergeht an die Dienstgeber der 12 000 Lehrlinge während ihrer Einberufung in die Berufsschule. Weitere 9 000 versicherte "Nicht-Lehrlinge" dieser Altersgruppe erhalten wie bisher eine persönliche Einladung zu einer Untersuchung im nächstgelegenen Service-Center der NÖGKK.

Bildungslandesrätin Mag. Barbara Schwarz hebt hervor, dass "im Zuge der Jugendlichenuntersuchungen die Räumlichkeiten der Landesberufsschulen in Niederösterreich eine hervorragende Plattform darstellen. Ich begrüße die breite Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen, den Durchführenden und dem Land NÖ im Sinne unserer Jugendlichen und freue mich über die großflächige gesundheitliche Vorsorge unserer Jugendlichen. Die räumlichen Gegebenheiten an den Landesberufsschulen stellen ein gutes Umfeld für diese neue Zusammenarbeit dar."

Wenige Sportler, viele Raucher

Die Untersuchungen werden statistisch ausgewertet und haben zwischen April 2014 und März 2015 z. B. gezeigt, dass weit mehr als 60 Prozent der Jugendlichen Sehschwächen aufwiesen. Bei 13 Prozent war das Sehvermögen sogar stark herabgesetzt. Knapp ein Drittel der untersuchten Jugendlichen rauchte Zigaretten, und weit mehr als die Hälfte gab an, zumindest gelegentlich Alkohol zu trinken. In Sachen Bewegung gab es Nachholbedarf: Nur ein Viertel der Jugendlichen trieb regelmäßig Sport. Knapp jeder Fünfte wollte von sportlicher Betätigung sogar gar nichts wissen.

"Jugendliche fragen uns immer wieder, warum sie sich untersuchen lassen sollen. Es gehe ihnen doch ausgezeichnet und sie fühlen sich nicht krank", sagte NÖGKK-Obmann Hutter. "Das Gefühl, dass man Bäume ausreißen kann, trügt leider in vielen Fällen. Es ist wichtig, sich regelmäßig untersuchen zu lassen, um Krankheiten so schnell wie möglich behandeln zu können. Genauso wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass die Krankheiten gar nicht erst entstehen können", spielte Hutter auf den traditionell wichtigen Präventionsgedanken der NÖGKK an.

Erste in Österreich: Rat in ganz besonderen Fragen

Niederösterreich ist das erste Bundesland, das bei der Jugendlichenuntersuchung neue Akzente setzt. Im Zuge einer bundesweiten Änderung setzt die NÖGKK als erste Krankenkasse in Österreich ein neues Konzept um und macht aus der Untersuchung mehr als nur einen gewöhnlichen Check. Der Fokus auf Risikofaktoren, differenzierte Präventionsangebote und umfassende Beratung sind neue Schwerpunkte der Jugendlichenuntersuchung. Junge Menschen haben außerdem eine Möglichkeit, mit den speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten heikle Fragen anzusprechen, die ihnen auf der Seele brennen. Hutter erinnerte auf der Pressekonferenz daran, dass das medizinische Personal an seine Schweigepflicht gebunden ist und die Untersuchungsergebnisse selbstverständlich geheim bleiben. "Die Jugendlichen können über alles reden. Nichts ist tabu - alles bleibt aber top secret." Viele, schnelle und vor allem anonyme Informationen bietet darüber hinaus die Internetplattform www.feel-ok.at.

Berufsschulen Zentren der Gesundheitsvorsorge

"Das Thema Gesundheit betrifft Unternehmen, Beschäftigte und Lehrlinge gleichermaßen", erklärte die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, BR KommR Sonja Zwazl. "Wer bereits als junger Mensch Bewusstsein für seine Gesundheit entwickelt, profitiert davon sein ganzes Leben lang - und mit ihm die gesamte Gesellschaft und natürlich auch die Wirtschaft. Mit der Neuorganisation der Jugendlichenuntersuchung werden die Berufsschulen zusätzlich zu ihrer Rolle als professionelle Wissensvermittler auch zu Zentren der Gesundheitsvorsorge. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich wird bei Ausbilderbetrieben gezielt dafür werben, die Lehrlinge zu motivieren, diese Chance auch wirklich zu nutzen. Denn wer auf seine Gesundheit achtet, hat einfach mehr vom Leben", sagte Zwazl.

Prävention so früh wie möglich

"Rund 50 Prozent aller Krankheiten entstehen berufsbedingt, meist werden sie erst später in höherem Alter bemerkt. Es ist daher umso wichtiger, dass so früh wie möglich mit Prävention begonnen wird", so AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser zum neuen System der Jugendlichenuntersuchung in Berufsschulen. "Auch wenn es für Jugendliche noch nicht das größte Anliegen ist, ist es wichtig, so lange als möglich gesund zu bleiben, um nach dem aktiven Erwerbsleben auch den wohlverdienten Ruhestand gesund genießen zu können. Dazu braucht es auch verpflichtende Betriebliche Gesundheitsförderung", sagte Wieser.

Informationen über die Jugendlichenuntersuchung erhalten Sie auf www.noegkk.at und unter der Telefonnummer 0 50 899-61 27. E-Mail:

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/436/aom

apa.at

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