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APA-Artikel 29. Oktober 2015

Medikamentenkosten - Pharmawirtschaft kritisiert "Fantasiezahlen"

Die Pharmawirtschaft wehrt sich gegen den am Donnerstag von der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) erhobenen Vorwurf des "Raubrittertums" bei Medikamentenkosten. Es handle sich um "Fantasiezahlen", die "unsachgemäß" und "bewusst irreführend" seien, hieß es in einer Aussendung der Geschäftsführerin des Fachverbandes der chemischen Industrie, Sylvia Hofinger.

Den vorliegenden Gesetzesentwurf, der einen Rabatt für Medikamente beinhaltet, bewertete Hofinger als "verfassungsrechtlich bedenklichen Eingriff". Denn die dafür verwendeten Zahlen würden nicht der tatsächlichen Entwicklung bei den Arzneimittelkosten entsprechen. Laut Pharmaindustrie belaufen sich die Steigerungsraten bei den Medikamentenkosten im Gesamtjahr auf knapp fünf Prozent und nicht auf mehr als sieben Prozent. "Offensichtlich soll mit diesen Fantasiezahlen eine bewusste Irreführung betrieben werden", so die Geschäftsführerin des Fachverbandes. Hofinger sprach sich auch gegen die Rabattierung neuer Medikamente aus - denn diese könnten Verzögerungen bei der Markteinführung verursachen.

"Es gilt vielmehr die Krankenkassen bei ihren Ausgaben in die Pflicht zu nehmen. Denn Zwangsrabattierungen können keine Budgetlöcher stopfen", betonte Hofinger. Die Budgetlücke in Höhe von einer Milliarde Euro, vor der WGKK-Obfrau Ingrid Reischl heute warnte, könne nicht auf die Pharmawirtschaft zurückgeführt werden, vielmehr seien die eigenen Einrichtungen und Verwaltungskosten verantwortlich.

apa.at

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