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APA-Artikel 28. Oktober 2015

Kärntner Sparkurs trifft auch Kabeg: 18,8 Millionen sind einzusparen

Die Kärntner Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg, die fünf Kärntner Landesspitäler betreibt, muss 2016 kräftig sparen. Wie Vorstand Arnold Gabriel am Mittwoch bei einem Pressegespräch erklärte, müsse er Einsparungen in der Höhe von 18,8 Millionen Euro vornehmen. Er habe es dabei geschafft, in fast allen Punkten Einigkeit zu erzielen. Einzige Ausnahme ist die geplante Nulllohnrunde.

Ein Aussetzen von Gehaltserhöhungen im kommenden Jahr würde der Kabeg insgesamt 8,3 Millionen Euro ersparen, rechnete Gabriel vor. Der Zentralbetriebsrat habe diese Maßnahme abgelehnt, auf politischer Ebene - und dort werde darüber entschieden - sei sie aber angekündigt. Gabriel fügte hinzu, dass die Sparziele ohne die Nulllohnrunde nicht erreichbar wären.

Akkordiert ist hingegen die Verschlankung der Organisation im Kabeg-Management, das von neun wieder auf fünf Abteilungen heruntergefahren wird. Gabriel: "Die damalige Intention, die Kabeg groß zu machen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es hat auch dazu geführt, dass teilweise die Bereiche Strategie und Operatives vermischt worden sind, das ist zu bereinigen." Ebenso wolle er das Kongruenzprinzip wieder einführen, derzeit fehle in manchen Bereichen das Junktim zwischen Entscheidungskompetenz und Verantwortung. Zwei Millionen bringt die Verschlankung, auch weil vier Abteilungsleiter eingespart werden.

Weitere zwei Millionen sollen Zusammenlegungen von Stationen und der Ausbau tagesklinischer Strukturen in den Spitälern Villach und Wolfsberg bringen, je eine Million durch Effizienzsteigerungen im laufenden Betrieb, im Pflegebereich und bei der nicht medizinischen Instandhaltung. Bei der Diensteinteilung der Ärzte und der Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes samt Reduktion von Überstunden sind 0,9 bzw. 1,4 Millionen veranschlagt, die Streichung der Mitarbeiterbeteiligung an den Ambulanzgebühren spart 1,2 Millionen Euro.

All diese Maßnahmen würden langfristig Wirkung zeigen, betonte Gabriel. Eine neuerliche Reduktion etwa für 2017 wäre hingegen bei Aufrechterhaltung der Strukturen im Gesundheitswesen nicht mehr machbar. "Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass das kommt", betonte der Kabeg-Vorstand. Er betrachte die derzeitige Situation auch als Chance, die Kabeg zu dem Krankenhausbetreiber mit den schlanksten Strukturen in ganz Österreich zu machen.

Das neue Konzept wurde in der sogenannten Krankenanstaltenkonferenz in der vergangenen Woche einhellig angenommen, am 3. November wird die neue Geschäftsverteilung mit der Streichung der Abteilungen dem Aufsichtsrat vorgelegt. Nach Beschluss und Kundmachung könnte die Neuorganisation im Dezember in Kraft treten. Die Einsparungen insgesamt werden ins Budget 2016 eingearbeitet, das am 16. Dezember dem Aufsichtsrat vorgelegt wird.

apa.at

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