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APA-Artikel 27. Oktober 2015

CH: Privatspitäler von Genolier streiten mit Krankenkasse KPT

Die Berner Krankenkasse KPT bezahlt ihren Versicherten in den privaten und halbprivaten Spitälern der Privatklinikengruppe Genolier seit neun Monaten keine Spitalkosten mehr. Wie Genolier am Montag schreibt, will die Gruppe gegen diese Praxis vorgehen.

Das könne bis zu einer gerichtlichen Klärung gehen, hiess es weiter. Auch ans Einschalten der Finanzmarktaufsicht als Aufsichtsorgan für die Zusatzversicherungen der Krankenkassen denkt die zur Aevis Victoria Holding gehörende Gruppe.

Genolier argumentiert, die Versicherten hätten die Zusatzversicherung extra für die Behandlung in einer Klinik und bei einem Arzt nach ihrer Wahl abgeschlossen. Das Unternehmen trage die von der Versicherung verweigerten Kosten zunächst und prüfe alle Optionen, auch rechtliche. Zudem zog die Spitälergruppe Experten bei, welche die Praktiken der KPT untersuchen.

Die KPT hielt am Abend in einer Stellungnahme fest, mit Genolier bestehe derzeit kein Tarifvertrag. Eine Einigung über die Konditionen der Behandlung auf der halbprivaten und privaten Abteilung sei nicht zustande gekommen. Die KPT habe sich bemüht, aber Genolier habe einen Vertrag für alle 15 Kliniken gefordert. Darauf habe sich die Kasse nicht eingelassen.

Die Kunden lasse man nicht hängen, hiess es weiter. Sie seien bereits vor zehn Monaten über den vertragslosen Zustand und Alternativen informiert worden. Wer dennoch in eine Genolier-Klinik wolle, könne sich an die KPT wenden. Bisher sei noch immer eine Lösung gefunden worden.

Für die Krankenkasse sei es stossend, dass Genolier KPT-Kunden nicht korrekt informiere, sie trotz fehlendem Vertrag und Kostengutsprache behandle und hinterher der KPT den Schwarzen Peter zuschiebe.

apa.at

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