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APA-Artikel 21. Oktober 2015

Vorarlberg will mehr Regionales in Krankenhaus-Küchen bringen

Mit einem sieben Punkteprogramm will die Vorarlberger Landesregierung mehr regionale, saisonale und biologische Lebensmittel in die Großküchen der Landeskrankenhäuser bringen. Die Politik reagiert damit auf öffentliche Kritik, die die Verwendung von tiefgefrorenem Import-Fleisch aus Osteuropa in den Spitälern anprangerte.

Die Strategie verfolgt ein klares Ziel: So viele Lebensmittel wie möglich aus Vorarlberg, was im Ländle nicht bezogen werden kann, soll aus Österreich kommen. Nur der Rest werde von außen zugekauft. "Zum Beispiel Bananen, die gibt es weder in Sibratsgfäll noch im Burgenland", betonte Agrarlandesrat Erich Schwärzler. Erhöht werden soll vor allem der Anteil an Produkten, die auch im Land erzeugt werden. Von heimischen Lieferanten stammen laut Schwärzler bereits jetzt rund 81 Prozent der drei Millionen Euro, die jährlich in den Spitälern für Ernährung ausgegeben werden.

Einfach sei das nicht. Manche Produkte, die von Großküchen verlangt werden wie geschälte Kartoffel, werden bisher in Vorarlberg nicht hergestellt. Gemeinsam mit der Ländle Qualitätsprodukte Marketing GmbH soll deshalb überprüft werden, ob und wie vorgefertigte Lebensmittelprodukte im Land erzeugt werden könnten, kündigte der Agrarlandesrat an.

Die Ausschreibungskriterien für die Landeskrankenhäuser würden um eine sogenannte "3G-Strategie (geboren, gemästet, geschlachtet)" ergänzt. Im Rahmen dieser Strategie würden Metzger verstärkt kontrolliert, um sicherzustellen, dass das verkaufte Fleisch auch zur Gänze aus Vorarlberg stammt. Zudem sieht das mit den Agrarsprechern aller Landtagsparteien abgestimmte Programm zusätzliche Herkunftskontrollen, Schwerpunktwochen in den Spitälern oder eine Änderung der Speisepläne unter Berücksichtigung diätischer Vorgaben vor.

Die Mehrkosten der Umstellung auf "mehr regional, saisonal und bio" bezifferte Landesrat Johannes Rauch (Grüne) auf etwa fünf Prozent. Derzeit würden 0,85 Prozent des Budgets der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) für die Küche ausgegeben.

apa.at

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