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APA-Artikel 20. Oktober 2015

Ermittlung zu Rechnungsbetrug in Tessiner Klinik beendet

Ein Jahr nach Bekanntwerden der Vorwürfe um die falsche Rechnungsstellung am Locarneser Spital "La Carità" hat die Tessiner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen beendet. Der Fall hatte Justiz, Politik und Medien im Tessin intensiv beschäftigt. Gegen den ehemaligen Vize-Chefarzt ermittelt die Justiz weiter.

Sechs Personen seien während der Ermittlungen in den vergangenen zwölf Monaten befragt worden, teilte die Tessiner Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Darunter waren der Vize-Chefarzt, zwei leitende Ärzte sowie drei Sekretärinnen.

Einzig der Fall des Vize-Chefarztes werde weiter juristisch verfolgt. Er soll zwischen 2011 und 2013 offenbar für Operationen entlöhnt worden sein, bei denen er nicht selbst, sondern die leitenden Ärzte operierten oder er gar nicht im Operationssaal anwesend war.

Der Schaden, welcher aus dem mutmasslichen Betrug und der Dokumentenfälschung entstanden ist, beträgt laut der Staatsanwaltschaft 35'000 Franken. Der Fall sei dem Tessiner Kantonsstrafgericht zu Beurteilung übermittelt worden.

Den leitenden Ärzten konnten laut der Staatsanwaltschaft keine kriminellen Absichten nachgewiesen werden - gegen sie wurden die Ermittlungen deshalb eingestellt.

Parallel verlaufende Ermittlungen gegen die Klinikdirektion wurden ebenfalls eingestellt: Ihr wurde vorgeworfen, die Verfehlungen des Vize-Chefarztes nur intern erfasst und nicht rechtzeitig der Staatsanwaltschaft übergeben zu haben.

Die Unregelmässigkeiten bei der Rechnungsstellung kamen Ende 2013 zu Tage, als der Vize-Chefarzt zum Chefarzt befördert werden sollte und an einem internen Auswahlverfahren teilnahm. Der Vertrag des Vize-Chefarztes wurde daraufhin bis zum Ende des Jahres 2014 aufgelöst.

apa.at

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