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APA-Artikel 15. Oktober 2015

Verlagerung zu ambulanter Versorgung führt zu Anstieg der Eingriffe

Die Verlagerung von stationären zu ambulanten Behandlungen führt nicht automatisch zu Kosteneinsparungen. Beobachtet wurde vor allem eine Zunahme der Möglichkeiten und der behandelten Fälle in beiden Bereichen zusammen, wie das Gesundheitsobservatorium festgestellt hat.

Das Wachstum im ambulanten Spitalbereich wird allgemein als positive Entwicklung wahrgenommen, denn es gilt als kostengünstiger und als Qualitäts- und Komfortgewinn für die Patientinnen und Patienten. Tatsächlich können ambulante Eingriffe günstiger sein als stationäre Aufenthalte für die gleichen Eingriffe.

Bedingung für die Ausschöpfung dieses Sparpotenzials ist allerdings, dass die neu ambulant durchgeführten Eingriffe stationär nicht mehr vorgenommen werden. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium hat in einem Bericht die Zahlen zu den ambulanten und stationären Eingriffen zwischen 2007 und 2013 bei elf ausgewählten chirurgischen Verfahren untersucht.

Die Zahl der ambulanten Eingriffe hat im untersuchten Zeitraum stark zugenommen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht hervorgeht. Die Verlagerung von der stationären zur ambulanten Versorgung sei allerdings nur selten der Hauptgrund für diese Zunahme.

Die Wende zur ambulanten Versorgung führe denn auch nur dort zu einer Kosteneindämmung, wo die ambulante Versorgung die stationäre Versorgung ersetze. Dies sei jedoch unter den elf geprüften chirurgischen Eingriffen die Ausnahme.

Eine Form von Verlagerung zur ambulanten Versorgung sei zwar oft auszumachen, doch man beobachte vor allem eine Zunahme der Möglichkeiten und der behandelten Fälle - stationär und ambulant zusammen.

Beim Grauen Star, der Operation des Karpaltunnels und der Konisierung des Gebärmutterhalses beispielsweise geht der stationäre Bereich zwar stark zurück, jedoch weniger stark als der ambulante Bereich ausgebaut wurde. Die Verbesserung der medizinischen Technik, das geringere Risiko und die geringeren Nebenwirkungen hätten dazu geführt, dass mehr Patientinnen und Patienten behandelt würden oder dass sie in einem früheren Krankheitsstadium behandelt würden.

In anderen Bereichen wie beispielsweise dem Einsetzen von Herzschrittmachern, von Stents, Angioplastien und bei der Hämorrhoidenchirurgie, hat die Zahl der Eingriffe sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich zugenommen. Im stationären Bereich finde das Wachstum jedoch weniger rasch statt.

apa.at

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