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APA-Artikel 14. Oktober 2015

NÖ Spitalsärzte führen Gehaltsverhandlungen mit dem Land

Niederösterreichs Spitalsärzte wollen eine Angleichung der Entlohnung an nationales und internationales Niveau. Die Arbeitszeitproblematik sei in NÖ bereits 2012 aufgearbeitet worden, weshalb man zur Benchmark für die anderen Bundesländer wurde. Bei den Gehaltsschemata liege man nun allerdings "ziemlich weit hinten", sagten Ärztekammervertreter bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Wien.

Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen liege Niederösterreich ziemlich an der Spitze, meinte NÖ Vizepräsident Ronald Gallob. Dieser Wettbewerbsvorteil werde künftig allerdings nicht mehr ausreichen, Ärzte im Land zu halten. Deshalb sei mit Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) als oberstem Personalchef vereinbart worden, die Gehaltssystematik auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu entwickeln. Das gelte für alle Berufsgruppen, die mit kranken Menschen arbeiten.

Die Gehaltsverhandlungen haben Anfang Oktober begonnen. "Tumulte" wie in anderen Ländern werde es nicht geben, verwies Gallob auf das gute Einvernehmen mit Pröll. Man habe kein Interesse an Streit, sondern werde die Notwendigkeiten - sozial verträgliche, finanzierbare Forderungen - klar darlegen, unterstrich auch Wolfgang Walentich, sozialpolitischer Sprecher der NÖ Ärztekammer. Es gehe langfristig um österreichweit gleiche Bedingungen.

Die Verhandlungen würden unter dem Aspekt der Gesamtsicht im Hinblick auf die Entwicklung des Sektors geführt. "Wir wollen einen niederschwelligen, sozial verträglichen Zugang zur Medizin in Niederösterreich", sagte Josef Sattler, wie seine Kollegen im Zentralbetriebsrat der NÖ Landeskliniken. In Zeiten finanziell begrenzter Mittel müssten diese zielgerichtet eingesetzt werden, ohne die Qualität zu verschlechtern. "Wir brauchen eine Strukturreform", sprach Sattler von einem Bereinigungsprozess etwa im Hinblick auf die Frage, welche Abteilungen wo sinnvoll seien.

Dem Verhandlungsteam geht es, wie betont wurde, um die Bezahlung für Leistungen und nicht für das "Abdienen" von Stunden. Aufgrund der bereits bisher exzellenten Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft, Zentralbetriebsrat und der NÖ Ärztekammer mit den Vertretern des Landes und der NÖ Landeskliniken-Holding sei man optimistisch, die notwendigen Strukturierungen und die Finanzierung des gesamten Krankenversorgungssektors aufzuarbeiten. Angesprochen wurden weiters Vorhalteleistungen und Rufbereitschaften. Ein Thema sei auch die Lösung der Schnittstellenproblematik zwischen dem Krankenhaus und dem niedergelassenen Bereich, verbunden mit der Forderung, die Finanzierung aus einer Hand umzusetzen.

apa.at

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