zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 14. Oktober 2015

Studie: Ethanolöfen können gesundheitsschädlich sein

Ethanolöfen werden als billiger Kamin-Ersatz in Österreich immer beliebter. Eine im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführte Studie der IBO Innenraumanalytik zeigte nun, dass diese Öfen gesundheitsschädlich sein können und Wohnräume massiv verunreinigen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Die Benzolkonzentration erreiche etwa Werte, "wie man sie nur an Tankstellen messen kann".

Im Gegensatz "zu den Beteuerungen der Hersteller und Verkäufer" würden laut IBO Innenraumanalytik von den Öfen nicht nur Wasserdampf und CO2, sondern in großem Ausmaß "krebserzeugende Stoffe wie Formaldehyd und Benzol freigesetzt". "Weiters werden weitere gesundheitsschädliche Verbrennungsprodukte wie Feinstaub und Stickoxide erzeugt", kritisierten die Experten.

Die Untersuchung zeige zudem, dass die von der WHO publizierten Richtwerte auch unter sehr günstigen Lüftungsbedingungen vor allem von größeren Öfen deutlich überschritten werden. "Es ist daher davon auszugehen, dass die derzeit am Markt befindlichen Öfen die für einen unbedenklichen Betrieb in Innenräumen erforderlichen Sicherheiten in Bezug auf Emission von Schadstoffen an die Innenraumluft nicht erfüllen", schrieben die Studienautoren. In den Produktinformationen und Websites der Verkäufer derartiger Öfen "werde hingegen durchwegs in grob irreführender Weise behauptet, dass der Brennstoff 'rückstandslos' zu 'heißer Luft' bzw. nur zu Wasserdampf und CO2 verbrennt".

Die IBO Raumanalytik forderte, dass bis zur Feststellung des Nachweises der Unbedenklichkeit, der Handel mit Zimmeröfen ohne Abzug an Konsumenten einzustellen ist, wenn nicht auf der Verkaufsverpackung und in der Beschreibung in unmissverständlicher Form darauf hingewiesen wird, dass das Produkt für Innenräume aus gesundheitlichen Gründen ungeeignet ist. "Das Verkaufspersonal ist ebenfalls davon in Kenntnis zu setzen, sodass diese Information schon vor dem Kauf dem potenziellen Käufer mitgeteilt wird", urgierten die Experten.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben