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APA-Artikel 13. Oktober 2015

Vorarlberg setzt bei Schlaganfallpatienten auf wohnortnahe Versorgung

Vorarlberg setzt in der Versorgung von Schlaganfallpatienten auf eine ambulante und wohnortnahe Versorgung. Können sie in ihrer gewohnten Umgebung und ihrem sozialen Umfeld bleiben, wirke sich das positiv auf die Genesung aus, sagte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) am Dienstag. Zudem trage dieser Ansatz zu einer Optimierung der Gesamtkosten des ärztlichen Versorgungssystems bei.

Jährlich erleiden in Vorarlberg rund 1.000 Menschen einen Schlaganfall. Von Jänner bis August 2015 wurden 352 Menschen in der Stroke Unit im Landeskrankenhaus Feldkirch behandelt. Nach dem Vorarlberger Prinzip "so viel ambulant wie möglich" würden Schlaganfallpatienten und Menschen nach Schädel-Hirn-Trauma nach dem stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus "möglichst früh" in eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme überwiesen, informierte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) im Anschluss an die Regierungssitzung in Bregenz. Diese wird im Land von der Sozialmedizinische Organisation Neurologische Rehabilitation (SMO) und dem Arbeitskreis für Vorsorge und Sozialmedizin (aks) angeboten,

Die wohnortnahe Versorgung in den Städten des Landes ermögliche den Patienten, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben, "was ja meist auch ihr Wunsch ist", sagte Bernhard. Zudem soll dadurch eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit vermieden werden. Geübt werde, was der Patient in seinem Alltag braucht, betonte SMO-Geschäftsführer Peter Girardi. Zu diesem Zweck erarbeite man die Ziele der Rehabilitation mit jedem Patienten individuell. Auch die Angehörigen würden in den Prozess einbezogen. Fokussiert werde dabei auf das, was der Patient noch kann. Das induziere bereits eine positivere innere Haltung und das trage zu einer besseren Genesung maßgeblich bei. "Wir versuchen den Menschen, wirklich zu fördern und in seine Kraft zu locken", sagte Girardi.

Finanziert wird die ambulante und tagesklinische Rehabilitation aus den Mitteln des Vorarlberger Sozialfonds. 60 Prozent der Kosten trägt das Land, 40 Prozent werden von den Gemeinden übernommen. Jährlich sind dafür rund fünf Millionen Euro vorgesehen.

apa.at

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