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APA-Artikel 5. Oktober 2015

Flüchtlinge - Schiebel-Drohnen halfen bei Rettung tausender Menschen

Die Stiftung Seenotrettung (Migrant Offshore Aid Station/MOAS) hat nach eigenen Angaben mehr als 8.700 Menschen in Seenot gerettet. Bei der Aufspürung von Flüchtlingsbooten wurde erneut der unbemannte Hubschrauber Camcopter "S-100" der österreichischen Firma Schiebel eingesetzt, teilte das Unternehmen am Freitag in einer Aussendung mit.

Im Mai stach MOAS, eine vom Ehepaar Christopher und Regina Catrambone gegründete gemeinnützige Stiftung, mit dem 40-Meter langen Schiff "Phoenix" in See. Das 20-köpfige Team, bestehend aus internationalen Helfern, Sicherheitsfachleuten und Medizinern, wird bei ihrer Suche durch die moderne Drohnen-Technologie unterstützt. Laut Schiebel bietet der Camcopter "S-100" den Vorteil, Flüchtlingsboote bei Tag und Nacht, selbst bei rauer See und großer Entfernung finden zu können. Die Kamera des S-100 übermittle qualitativ hochwertige Bilder in Echtzeit an das MOAS-Team an Bord.

"Drohnen sind eine riesige Hilfe für uns. Sie können einen großen Meeresabschnitt überwachen. Damit können wir Migranten in Not sehr rasch Hilfe leisten. Die Zeit, in der sie im Meer bleiben, reduziert sich damit stark", berichtet MOAS-Geschäftsführer Martin Xuereb beim APA-Gespräch. Laut Xuereb hat Schiebel den Einsatz ihrer Drohnen für zwei Monate kostenlos zur Verfügung gestellt.

"Während die Zivilgesellschaft nur danebensteht und über die Not und das Leid der Flüchtlinge klagt oder schreibt, hat das Ehepaar Catrambone sein Geld benützt und sich für die schiffbrüchigen Flüchtlinge engagiert, ein Beispiel für uns alle", meint Xuereb. MOAS plant den Einsatz nächstes Jahr mit Schiebel zusammen fortzusetzen. Da sich die Kosten monatlich auf etwa 400.000 Euro belaufen würden, seien sie jedoch auf Spenden angewiesen. Ab morgen, Samstag, werde das Projekt zusätzlich nach Südostasien ausgeweitet.

Die österreichische Firma Schiebel wurde 1951 gegründet und produziert seit den 1990er-Jahren Drohnen. Weil letztere auch für militärische Zwecke eingesetzt werden können, geriet das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder in Kritik. Im August berichtete etwa das Nachrichtenmagazin "profil", dass Schiebel-Drohnen von den Vereinigten Arabischen Emiraten gegen die Houthi-Rebellen im Jemen eingesetzt worden seien. Auch von der OSZE wurden sie zur Beobachtung in der Ostukraine genutzt. Schiebel betont zwar in der Öffentlichkeit stets den zivilen Nutzen des Camcopter "S-100", auf der Webseite wird er aber auch mit militärischen Einsatzmöglichkeiten beworben.

apa.at

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