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APA-Artikel 24. September 2015

Flüchtlinge - Ärztliche Hilfe in Wien vernetzt und koordiniert

Wiens Ärzte reagieren zunehmend vernetzt auf die Herausforderungen durch das Eintreffen von Flüchtlingen, die zum Teil medizinische Hilfe benötigen. Die Initiative "Medical Aid for Refugees" unter Beteiligung maßgeblicher Hilfseinrichtungen versucht, bestehende oder neue medizinische Strukturen zu unterstützen. Es gibt bereits eine ganze Reihe von Aktivitäten.

"Medical Aid for Refugees" ist ein Zusammenschluss verschiedener Hilfsorganisationen, Privat-Initiativen und ehrenamtlicher Ärzte und Ärztinnen. Mitte August 2015 wurde mit der Versorgung von Flüchtlingen begonnen - damals unter dem Namen "Initiative medizinische Beratung in Traiskirchen". Federführende Initiatoren sind Thomas Wochele-Thoma, Ärztlicher Leiter der Caritas, Mario Thaler, Geschäftsführer von "Ärzte ohne Grenzen", Mariella Hudetz (Ambermed) und der Wiener Kinderarzt Ferdinand Sator (Integrationshaus). Am Mittwochabend gab es dazu eine Informationsveranstaltung in der Wiener Ärztekammer.

"Die Erfahrung der vergangenen Wochen hat gezeigt, dass viele Ärzte und Ärztinnen sich engagieren möchten, aber nicht wissen, wo und wie", heißt es auf der Homepage der Initiative (http://medicalaidforrefugees.at/). Das Ziel von "Medical Aid for Refugees" ist es, sozusagen Bedarf und Angebot in Sachen ärztlicher Versorgung von kranken Flüchtlingen zusammenzuführen. Mehrere Kommunikationskanäle wurden geschaffen. Dazu zählen Informationen, über welche Medien Hilfswillige kontaktiert werden sollen, wenn Hilfe ohne Vorlaufzeit benötigt wird. Aufrufe soll es auch über ein entsprechendes WhatsApp-Forum geben.

Umgekehrt können Hilfsorganisationen über einen "Doodle-Kalender" bekanntgeben, wann und wo sie welche Ärzte in bereits bestehenden Einrichtungen benötigen. Hier ist ein Einbuchen für Ärzte, die ehrenamtlich helfen wollen, möglich - zum Beispiel für Allgemeinmediziner im mobilen Einsatz oder in der Ambulanz am Westbahnhof. Außerdem können sich niedergelassene Ärzte registrieren lassen, die in ihren Ordinationen kostenlos nicht versicherte Flüchtlinge behandeln.

Immer wieder auftauchende Gerüchte über das Einschleppen von Tropenerkrankungen etc. durch die Hilfesuchenden sind laut den bisherigen Erfahrungen völlig falsch. Das wurde auch Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung der Initiative in der Wiener Ärztekammer festgestellt. Bei den gesundheitlichen Problemen handelt es sich vor allem um banale Infektionen (Erkältungserkrankungen, Atemwegs- und Harnwegsinfektionen). Die Menschen stehen weiters unter enormen psychischen Belastungen.

apa.at

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