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APA-Artikel 23. September 2015

Kampf dem Schmerz mit Vorzeigeprojekten

Erstmals hat eine Patientenorganisation in Österreich zum Thema Schmerz - die "Allianz Chronischer Schmerz" - einen Förderpreis ausgeschrieben. Es ging dabei um innovative Vorzeigeprojekte in der Patientenversorgung. Die Auszeichnung wurde am Mittwoch im Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger vergeben.

Prämiert wurden Teams von Ärzten, Therapeuten sowie Gesundheitsberufen, die auf freiwilliger Basis kooperieren und unter Nutzung der kassenfinanzierten Leistungen eine bestmögliche Versorgung von Schmerzpatienten erzielen, hieß es in einer Aussendung. Die mit insgesamt 6.000 Euro dotierten Preise gingen an die Projekte Ärzte-Netzwerk Styriamed Hartberg-Fürstenfeld, Ambulante Psychosoziale Rehabilitation (APR Salzburg) und die SeneCura-Heime. Gewinner der "Goldenen Dolores" wurde das Ärzte-Netzwerk Styriamed Hartberg-Fürstenfeld.

Die rund 1,5 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen empfinden die schmerzmedizinische Versorgung in Österreich alles andere als befriedigend. In den durchschnittlich 2,5 Jahren bis zur Erstellung einer Diagnose konsultieren laut Umfragen fast ein Drittel der Schmerzpatienten mehr als fünf Ärzte, rund 40 Prozent sind dennoch mit der Behandlung unzufrieden und fühlen sich nicht verstanden. Anstatt die Versorgungsstrukturen auszubauen, wurden in den vergangenen zwei Jahren neun Schmerzambulanzen geschlossen.

Die vor drei Jahren gegründete Allianz Chronischer Schmerz - eine Plattform von 47 einschlägigen Selbsthilfegruppen - setzte es sich deshalb zum Ziel, jene Initiativen aufzuspüren, die bereits aktiv sind. "Mit der Verleihung des Förderpreises setzen wir ein Zeichen, wie wichtig uns allen diese Kooperation unterschiedlicher Gesundheitsberufe ist", sagte der Präsident des Hauptverbandes, Peter McDonald, anlässlich der Preisverleihung. Erika Folkes, Sprecherin der Allianz, fügte hinzu: "Die eingereichten Projekte lagen in ihrer Bewertung so dicht beieinander, dass es unserer Fachjury sichtlich schwer gefallen ist, die am besten geeigneten herauszufiltern."

Schließlich machte das Netzwerk Styriamed Hartberg-Fürstenfeld die gelungene Zusammenarbeit über Ortsgrenzen hinweg zwischen niedergelassenen Allgemein- und Fachmediziner/innen und der Schmerzambulanz des LKH Hartberg das Rennen um die "Goldene Dolores". Der zweite Preis ging an die Salzburger Ambulante Psychosoziale Rehabilitation (APR), ein Projekt das erstmals die psychosozialen und psychosomatischen Auswirkungen des chronischen Schmerzes berücksichtigt und ambulant behandelt. Die dritte Auszeichnung richtet sich an jene Menschen mit chronischen Schmerzen, die sich selbst nicht mehr artikulieren können. Das mithilfe der OSiA-Studie der Salzburger Paracelsus Universität umgesetzte Projekt "Schmerzfreies Pflegeheim" verhilft derzeit 3.400 Bewohner/innen in 52 SeneCura-Heimen zu einer besseren Lebensqualität.

apa.at

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